REVIEW ( in german ) : Nine Inch Nails - Y34RZ3R0R3M1X3D (2007)

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Dic 10 2007, 23:56



Release: 20.11.07
Label: Interscope Records (Universal)


Mittlerweile bereits das dritte Remix-Album von Nine Inch Nails. Sogar das Vierte, würde man die Remixversion Fixed der EP Broken auch noch mitzählen. Einige grosse Namen verbergen sich hinter den neu gemixten Songs. Als kleines Zückerchen gibt es all inclusiveauch noch eine DVD, welche die einzelnen Bestandteile aller Year ZeroSongs beinhaltet (zum selber remixen, für alle hungrigen Soundtüftler da draussen). Y34RZ3R0R3M1X3D (Halo 25) erschien nur sieben Monate nach Year Zero selbst und ist das letzte auf Interscope Recordserschienene Album, da hiermit der Vertrag endgültig erfüllt ist. Zukünftig wird Trent Reznor seine Alben vermutlich in Eigenregie auf den Markt bringen und auf Aussagen Reznors basierend, können wir auch live eine Performance ohne Band erwarten (...von wegen neue Herausforderungen). Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber wir können wohl mit noch mehr Musik mit Schwerpunkt auf Elektronischem rechnen. The Workaholic is working!

Im Folgenden werdet ihr ein etwas anderes Review als gewohnt zu lesen kriegen. Geschrieben von Caspar Reist (cr) und mir (nt). Wir beide kennen und lieben Nine Inch Nails bzw. Reznors Schaffen, haben aber trotzdem leicht unterschiedliche Meinungen über dieses Album. Viel wichtiger ist jedoch, dass wir über Musik generell, Genres und Bands doch sehr unterschiedliche Ansichten haben, was bei diesem Remix-Album aufgrund verschiedenen MusikerInnen aus ebenso verschiedenen Genres zu einem längeren Dialog geführt hat. Wir hoffen, dass euch unsere Eindrücke dem Album irgendwie näher bringen und/oder einen guten Einblick gewähren.

[ Guns By Computer (Saul Williams) ]
cr: Wow, was für ein Anfang!
nt: Die Platte fängt ja mal perfekt an!
cr: Obwohl sicher viele den Saul nicht so gut mögen wie wir... verständlicherweise...
nt: Gut möglich, nichtsdestotrotz: genialer Gastauftritt!
cr: Saul Williams ist so eine Sache für sich, aber es verwundert ja nicht, hat Trent Reznor doch auch seine neuste Platte produziert.
nt: Und dazu noch teilweise geschrieben. Zurück zum Thema, kurz zusammengefasst: Hyperpower im Original mit energiegeladenem Sprechgesang von Saul Williams. Nicht wirklich ein Remix, aber saubere Arbeit, next one!

[ The Great Destroyer (Modwheelmood) ]
nt: Endlich wieder mal Nine Inch Nails mit Akustikgitarre, yeah!
cr: Oh ja! Wurde auch Zeit. Modwheelwood hat da definitiv meinen Nerv getroffen.
nt: "Erdiger Electro"... fast schon Easy Listening... zumindest vorerst.
cr: Und Trents Stimme erzeugt noch mehr Gänsehaut als im Original!
nt: Auf jeden Fall! Liegt aber auch stark am komplett neuen Arrengement. Neue Harmonien, neue Elemente und eine E-Gitarre gen Schluss die nochmal eins obendrauf setzt.
cr: Fass es kurz, einer der Besten auf dem kleinen Silberling (der übrigens ein wunderschönes Cover hat).
nt: Wohl wahr. Das Bild finde ich auch sehr schön.

(Anmerkung: Alessandro Cortini, Reznors Live-Keyboarder, ist Mitglied bei Modwheelmood.)

[ MY VIOLENT HEAT (Pirate Robot Midget) ]
nt: Killerbeat!
cr: Die Jungs... sind es Jungs? ...habens drauf!
nt: Du meinst die Remixer? Keine Ahnung, ich weiss nicht mal wer das überhaupt ist, Pirate Robot Midget...
cr: Klingt aber gut! Vielleicht mag ich aber auch einfach das Original zu sehr.
nt: Dito! Für mich ist die Remix-Version definitiv eine der stärker glänzenden Perlen auf Y34RZ3R0R3M1X3D! Dieser Beat drückt einfach trotz mässigem Tempo unglaublich nach vorne. Schade dauerts nur zweieinhalb Minuten.
cr: Ach, dann kann man ihn dafür öfter hören, aber du hast Recht, so ein bisschen mehr hätte ihn kaum schlechter gemacht
nt: Genau so The Beginning of the End auf Year Zero. Apropos...

[ The Beginning of the End (Ladytron) ]
cr: Ich bin ja kein Fan von Ladytron muss ich gestehen...
nt: Als Fan würde ich mich auch nicht bezeichen, aber sie haben ein paar Songs die mich vollends überzeugen.
cr: Also für mich klingts einfach wie TBOTE 'à la Ladytron'... mehr ein Cover als ein Remix find ich.
nt: Erinnert mich irgendwie ein wenig an New Wave und 80er Jahre. Hätte ich mir bei meinem Lieblingssong bzw. Lieblingspusher auf dem Originalalbum ja nicht unbedingt gewünscht.
cr: Aber ich kann mir gut vorstellen dass viele den Song mögen...
nt: Zumindest ein gutes Cover, hätte mir bloss etwas anderes gewünscht. Noch ein Hinweis: wenn ihr am Schluss genau hin hört, erkennt ihr ein Sample vom Klassiker Closer vom Jahrzehnte-Album The Downward Spiral

[ Survivalism (saul williams) ]
nt: Saul Williams die Zweite. Dieses mal "nur" hinter den Gerätschaften.
cr: Find ich toll, klanglich ein echtes Meisterstück. Das nenne ich Bass! Aber da war diese Version, die es schon lange vor dem Album gab - opalheartclinic niggy tardust (escaped) (by saul wiliams and thavius beck) oder kurz, Tardusted - wo Saul dann auch noch seine Wörter drüberlegt. Die find ich dann doch noch um einiges stärker.
nt: Meine Rede! Mich flasht auch der Klatsch-Sound total und und und... Die Produktion ist der Hammer. Gibts noch was zu sagen? Niggy Tardust 4 real?
cr: Eben nicht... *zwinkert*

[ Capital G (Epworth Phones) ]
nt: Yeah, satter 4/4 Beat! die verschnörkelten Sounds klingen richtig geil dirty.
cr: Ja... klingt gut, ist aber zu lang.
nt: über Songlänge können wir später auf dem Album gerne ausführlicher diskutieren... Ernsthaft, du hast schon recht, er ist etwas zu lang. Trotzdem erzeugt er für mich eine fantastische Clubatmosphäre und juckt heftig im Tanzmuskel.
cr: Das hat was, aber Nine Inch Nails Songs - auch als Remix - wecken in mir eben nur bedingt die Erwartung oder Hoffnung auf Clubatmosphäre *zwinkert*
nt: Geschmacksache... immerhin haben es Epworth Phones geschafft dem Song eine eigene Note zu verpassen. Und ausserdem gehört das Original auf Year Zero zu meinen grössten Favoriten!

[ Vessel (Bill Laswell) ]
nt: Auch eins der stärksten Stücke auf Year Zero - was gibt das wohl für einen Remix? Insbesondere das Beat-Spektakel in der zweiten Hälfte des Originals, sozusagen der Hauptgang!
cr: Mhh, ich finde den Remix zwar interessant, aber ich muss sagen, der Wiederholfaktor ist eher klein bei mir. Bill Laswell scheint seine Freude gehabt zu haben, gibt es doch eine Menge Spielereien am Mixer.
nt: Ja scheint so. Finde es aber auch schwierig hier einen guten Remix hinzukriegen und dieser ist bestimmt nicht schlecht. Ich höre Vessel einfach viel lieber im Original. Vor allem aufgrund des rhythmischen Höhepunkts in der besseren Hälfte des Songs, wahnsinn! Ein Remix dieses Songs macht einfach keinen... Sinn?
cr: Ja und ich finde dafür unterscheidet er sich zuwenig vom Original um richtig 'gut' zu sein.
nt: Bill Laswell orientiert sich meiner Meinung nach zu stark am Original, ohne dessen Vorteile hervorzuheben und generell fader und flacher. Sozusagen Vessel im Weichspühler. Wie auch immer, reinhören sollte man als Year Zero Liebhaber schon.
cr: /sign.

(Anmerkung: Bill Laswell ist langjähriger Bassist und Produzent und arbeitete schon mit zahlreichen grossen Namen zusammen, wie z.B. Herbie Hancock, Bootsy Collins, Afrika Bambaataa, Peter Gabriel und und und...)

[ The Warning (Stefan Goodchild featuring Doudou N'diaye Rose) ]
nt: Zumindest auf dem Remix-Album: my personal Favourite!!
cr: Kopfhörermusik vom allerfeinsten!
nt: Gut, dass du es erwähnst, Y34RZ3R0R3M1X3D generell, ists wie für Kopfhörer geschaffen. Aber zurück zum Song, die Abteilung für Beats & Rhythmus fasziniert mich ungemein! Dazu noch die herrlich bösen elektronischen Sounds - yeah!!
cr: Was soll man sagen, in meinen Ohren das Original perfekt herausgehört und um einige schön düstere Elemente erweitert.
nt: Ja, ein schön abstrahierter Remix! Phänomenal verändert und aus meiner Sicht dem Original um einiges voraus. Danke Stefan Goodchild & Doudou N'Diaye Rose ...wer auch immer ihr seid.

[ Meet You Master (The Faint) ]
cr: ähm... ja... einmal interessant, beim zweiten Mal lustig, ab dem dritten Mal, mir definitiv zu mühsam und clubbig.
nt: Akustische Scienc-Fiction Lasershow... auf dem Dancefloor!
cr: In anderen Worten: nicht Nine Inch Nails!
nt: Nicht unbedingt originell umgesetzt, aber wenn man bedenkt, dass die Synth Rock Band The Faint die verzerrten Gitarren mit feinstem Electro mit House-Charakter ersetzt haben und der Song meiner Meinung nach immer noch sehr mitreissend und energiegeladen ist - Respekt! Leider erinnert er auch stark ans Original, mit dem ich den Remix dann auch meistens ersetze.
cr: Ja, ich wollte auch nicht sagen, dass er schlecht ist. Ich glaube er kann schon gefallen, mir aber nicht.

[ GOD GIVEN (Stephen Morris Gillian Gilbert) ]
cr: Ich muss sagen im direkten Vergleich würde ich mich wohl sogar für den Remix entscheiden... wobei ich das Original natürlich auch schon mehr gehört habe. Auf jeden Fall klingt diese Version irgendwie angenehm satt und knackig.
nt: Genau. Und ich liebe es, wenn ein Song mit einem Bass beginnt, bei dem ich mir die Taktmarkierungen andernorts vorstelle und mich die später einsetzenden Drums des Besseren belehren, cool! Stephen Morris und Gillian Gilbert von der weltbekannten New Wave Band New Order haben hier gute Arbeit geleistet. Wer hätte es auch anders erwartet.
cr: Diese Version ist einiges elektronischer als das Original, soll aber jetzt nichts schlechtes heissen.
nt: Sie hat etwas von diesem animalischen Charme des Originals verloren. überzeugt hingegen mit out-of-space-Effekt.

[ Me I'm Not (Olof Dreijer) ]
nt: Okey. was ist das? Eins vorweg, mir gefallen The Knife wirklich sehr gut. So heisst die sehr innovative Electro Band von Olof Dreijer und dessen Schwester Karin Dreijer Andersson. Markantes Markenzeichen sind die Effekt unterlegten Stimmen... aber ich schweife ab. Was Olof hier "rekonstruiert" hat, könnte man als Platzverschwendung bezeichnen.
cr: Dem kann ich mich nur anschliessen, wobei ich schon The Knife nicht wirklich mag... aber ich glaube das spielt auch gar keine Rolle. Ich frage mich wirklich was das zwischen dem ganzen Rest der Platte überhaupt zu suchen hat.
nt: Vierzehn Minuten lang zelebriert Dreijer hier Minimal (Genre) von der Sorte "Dinge, die ein NIN-Remix-Album nicht braucht". Ein überlanges Intro mit unheimlichen (leicht an Echoes von Pink Floyd erinnernd) walgesangartiger Gitarre, nein falsch, Synthesizer... ähm, ich gebe ab.
cr: Null Punkte von mir für diesen Song. Olaf Dreijer kann gut produzieren, aber mit dem eigentlichen Song hat das nichts mehr zu tun.
nt: Und ja klar, wenn man Minimal sehr gut mag, dann wird man sicher Freude am Remix haben. Nur, wieso vierzehn Minuten!?!? Ich hatte bei den ersten zwei Hördurchgängen auch meine Momente mit dieser Version, aber das wars dann auch schon. Whatever...

[ Another Version of the Truth (Kronos Quartet and Enrique Gonzalez Muller) ]
nt: Genial! Das Kronos Quartet - welches unter anderem auch schon bei Amon Tobin tatkräftige Unterstüzung leisten "durfte" - transformierte Another Version of the Truth in ein fantastisches Streicherspektakel.
cr: Für mich ganz klar eines der Highlights auf der Platte. Besonders nach Olaf Dreijers unendlichem Abschweifer tut es gut von natürlichen Klängen entführt zu werden. In eine Welt, die zwar irgendwie noch Nine Inch Nails ist, aber ganz anders klingt. Eigentlich kann man das nicht beschreiben, darum hört selber rein! Den Song könnt ihr nämlich auf der Homepage des Kronos Quartet anhören.

[ In This Twilight (fennesz) ]
cr: Ein Remix im Sinne des Wortes. Nahe am Original, eigentlich sogar ziemlich genau das Original, klingt nur anders...
nt: In This Twilight (foggy version) würde auch ganz gut passen. Man nehme die Rauscheffekte von All Is Full of Love von Björk, verstärke sie um das dreifache und spiele dazu In This Twilight im Original mit weniger Bass und reduzierten Drums. Naja... der Song ist toll, aber der Remix bringts irgendwie nicht. Oder?
cr: Naja... ein Song weniger den Olaf remixen kann *zwinkert* Eben, stört nicht, ist aber auch nichts Neues, da hör ich mir lieber nur das Original an.

(Anmerkung: Fennesz, mit Vorname Christian, produziert ansonsten experimentellen Ambient-artigen Electro.)

[ ZERO SUM (Stephen Morris & Gilian Gilbert) ]
cr: Auch einer der eher unspektakuläreren Remixes. Meiner Meinung nach haben sie bei God Given bessere Arbeit geleistet. Ich hätte mir etwas mehr Unterschiede zum Original gewünscht. Trotzdem ein hörenswerter Remix mit ein paar netten Klängen.
nt: Ich glaube es liegt hauptsächlich am Geflüster von Trent Reznor, welches beim Original durchaus Sinn macht, in diesem neuen Electro-Gewand aber überhaupt keinen. Beat-technisch sensationelle Arbeit und im Refrain funktioniert auch die Kombination mit Reznors Gesang. Zero Sum ist meiner Meinung einmal mehr, kein Song den man remixen sollte bzw. kann. Hierbei wünschte ich mir viel eher eine Adaption von einem Pianisten à la Brad Mehldau.
cr: Versteh ich jetzt nicht wirklich. Dafür gäbe Zero Sum nicht genug her. Insofern haben Morris und Gilber hier für alle die zum Original noch keinen Zugang gefunden haben gute Arbeit geleistet. Indem sie das Original grunsätzlich beibehalten haben, aber das typisch Sperrige weggelassen haben.
nt: Stimmt nur bedingt. Nur mit Ohren, die etwas verzwickteren Electro auch gut vertragen. produktionstechnisch sicher Top Niveau und schlecht kanns eigentlich gar nicht sein, eben weil das Original noch sehr stark durchscheint. Cooler,verchillter Electro. Guter Song. Nette Lyrics.

[ FAZIT ]
Nach reichlicher überlegung sind wir zum Entschluss gekommen, dass wir - jetzt wo es um die Bewertung geht - beide gute achteinhalb Sterne vergeben würden. Da man aber ganz klar sagen muss, dass wir beide dicke Nine Inch Nails-Fanatiker sind und da das Album doch auch einige Schwachstellen hat, runden wir auf acht ab. Trotzdem dürft ihr euch diesen wichtigen Hörtipp nicht entgehen lassen!

(cr & nt)


Doomed from the start
May God have mercy
On our dirty little hearts
Shame on us
For all we've done
And all we ever were
Just zeros and ones

by Trent Reznor



BEWERTUNG: 8/10

Meine Favoriten (nt):

- The Warning

- The Great Destroyer

- My Violent Heart


Und seine Favoriten (cr):

- Survivalism

- The Great Destroyer

- The Warning



Tracks:
01. guns by computer - saul williams 1:43)
02. great destroyer - modwheelmood (4:19)
03. my violent heart - pirate robot midget (2:34)
04. beginning of the end - ladytron (4:20)
05. survivalism - saul williams (4:18)
06. capital g - epworth phones (7:25)
07. vessel - bill laswell (6:10)
08. warning - stefan goodchild feat. doudou n'diaye rose (3:43)
09. meet your master - the faint (3:35)
10. god given - stephen morris and gillian gilbert (4:27)
11. me, i'm not - olof dreijer (14:14)
12. another version of the truth - kronos quaret and enrique gonzalez muller (4:25)
13. in this twilight - fennesz (4:37)
14. zero-sum - stephen morris and gillian gilbert (5:38)



Dieses Review erschien auch bei:

Commenti

  • Phoenixedd

    GunSHOTS by Computer...

    Gen 2 2008, 18:25
  • uelf

    depends... read the booklet -> its Guns By Computer AND somewhere else Gunshots By Computer... so who knows... and who cares ;)

    Gen 14 2008, 19:41
  • kromsten

    Olof, jag vill att du ingår i en bok med gamla Schillerskaelever tillsammans med din syster. Det är ett tjugotal artister som gått på skolan som ingår - filmare, författare, skådespelare, filmare. Jag vill att ni skriver mellan 5 och 10 sidor om tiden på skolan samt helae er utveckling efteråt samt bifogar musik eller text. Lars.kromsten@educ.goteborg.se

    Feb 15 2010, 14:16
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