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  • REVIEW [in german:] Calvin Harris - I Created Disco

    Mar 12 2008, 10:35



    Wie ein überglückliches Geburtstagskind, das im Nachbarumfeld die Einladungskarten fürs 7. Lebensjahr verteilt, lädt uns der noch 24-jährige Calvin Harris aus Dumfries mit dem ersten Titel “Merrymaking at My Place” in seine Electro-Welt ein. Wäre er körperlos, wär er wohl ein sich selbst in die Luft werfendes Riesen-Konfettipaket. Energievoll, bunt, seine Energie ansteckend.
    Genau so bunt möchte er die Menschen in seiner Nähe sehen : “get some colours on” meint er in “Colours”.

    Zwar behauptet er, dass NUR er singt, weil es niemand anderen in Dumfries gäbe, der singen könne. Das kauft ihm natürlich keiner so einfach ab, denn wie er mit den Angeboten der Electronic-Welt umgeht, die grenzlosen Möglichkeiten der Synthesizer bescheiden benutzt, weiss er auch wo und in welchem Ton seine Stimme am besten passt. Also nicht, weil “ ich hatte keine andere Wahl”, sondern “ich kanns, also wieso nicht!”. Dies erkennt man spätestens im 4.Titel “Girls”. Wie die volle Tanzfläche ihre beweglichsten Momente erlebt, kann man sich leicht vorstellen, wenn man die Lautstärke ein kleines bisschen aufdreht. “Girls” wurde im Juni 2007 als Single veröffentlicht und erreichte die Nummer 3 in den UK-Charts.

    Acceptable in the 80s”, welches schon im Dezember 2006 bis zu 500 Kopien erschien, lässt den Tanzenden nicht zur Ruhe kommen. Und wer ein Bewunderer des englischen Akzents ist, bietet dieser Track dem Hörer eine Gelegenheit dem Britischen den eigenen Senf dazu zu geben : “if you were born in the ayytiiiiis”. Seit März 2007 ist die Tom Neville-Version des Tracks zu hören.

    Bei “Vegas” hat der Schotte die aggressiven Töne ausgewähkt um wohl seine Ungeduld fürs Gelangen nach Vegas am besten auszudrücken. Dennoch herrscht Ruhe und Gelassenheit in seiner Stimme, welche das Gleichgewicht zwischen Wut und Zufriedenheit schafft.

    Sogar der nüchternste Electro-Freak könnte bei “I Created Disco” sein Tanztalent entdecken. Ton auf Wellen, Wellen schwebend im Rythmus, Wellen auf Wellen, Ton in der Welle, dazu eine schlichte Melodie aus dem Keyboard: lauter Änderung und Beweglichkeit auf der Oberfläche, hört man kaum, dass das Fundament eigentlich stabil bleibt.

    Den gleichen Trick folgt Calvin Harris auch bei “Disco Heat” und gewinnt auch hier wieder die Electronic-Herze. “Inside me, inside me is a flaa-haame”, same here Calvin, same here.

    Obwohl ichs versucht hab zu vermeiden irgend einen Hit-Track zu nennen, verdient dies der Titel “Certified” eindeutig. Nicht das Album ist das Mass um “Certified” als den Favoriten zu nennen, sondern in der letzten Zeit erschienen nennenswerte Electro-Werke glänzt der Titel schon von weitem als ein Erfolgsstern. Wieder eine grosse Klasse in Sache Kombination von Takt und sich einmischenden Keyboard-Spielen.

    Der “Electro Man” aus Schottland beweist sich mit diesem Album als den gesuchten Namen in der Electro-Welt. Er hat mich mit seiner Electro-Energie angesteckt. Es fühlt sich erleichtert taktvoll, ermutigend, in die neue Welt stupsend und eben, energievoll. Schade wäre es, die von Calvin Harris angebotene Energie zu verpassen. Holt sie euch!


    Mehr und Neues über Calvin Harris unter :
    http://www.myspace.com/calvinharristv
    http://www.calvinharris.tv/

    Tracks

    1) Merrymaking at My Place
    2) Colours
    3) This Is the Industry
    4) Girls
    5) Acceptable in the 80s
    6) Neon Rocks
    7) Traffic Cops
    8) Vegas
    9) I Created Disco
    10) Disco Heat
    11) Vault Character
    12) Certified
    13) Love Souvenier
    14) Electro Man


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  • REVIEW [in german:] Sebastien Tellier - Sexuality

    Mar 6 2008, 9:23



    Vorneweg eine Warnung für diejenigen, die die Musik auch auf der Arbeit dringend brauchen : diese Scheibe gehört nicht zur Klasse “Musik-überall”. Waere ja auch nicht zu erwarten, wenn der Produzent aus der Familie Daft Punk stammt und die Veröffentlichung des Werks die Luftkategorie übernommen hat. Auf der einen Seite Guy-Manuel de Homem Cristo auf der anderen Seite das Duo Air ( Record Makers )und mittendrin im Zentrum des Ereignisses Sebastien Tellier, obwohl er versucht von dem Mittelpunkt abzuweichen. Auf seiner Bühne spielt er mit den Synthesizern, bestimmt Regeln für die Basstöne und stellt Töne auf den Tisch, die den Hörer, ob sie wollen oder nicht, in eine Welt bestehnd aus dem Wort des Werk-Namens führt : Sexuality.

    Pomme laesst dies nicht nur Töne und Klang bemerkbar, sondern der Gesang vorgeführt durch das weibliche Stöhnen laesst gewisse Lust im menschlichen Wesen auftauchen. (Deshalb vorhin die Warnung, nicht auf der Arbeit!) Auch hört man teilweise Einflüsse der 80s wie zum Beispiel bei Divine. Der ganze Song erinnert an OMD oder aber auch Roxy Music, sowohl musikalisch gesehen als auch mit dem Gefühl des leichten Stupsen gegen die farbenvolle Welt, raus aus dem Schwarzen. Une Heure verglichen mit der Vergangenheit erinnert mehr an eine Fluchtszene der Hauptdarstellerin eines Films in den 70s.
    Jeder Song hat seine Ordnung durch den Bass, dennoch ist man weit entfernt von Befehlen. Kein Scham, kein Schüchternsein, eine sündenfreie Scheibe herrscht im Inhalt als auch auf dem Cover der CD.

    Wie man die Reihenfolge der Töne durch Schraegheit ganz ordentlich hinbringt, praesentiert uns Sebastien Tellier in seinem frisch erschienen Werk Sexuality. Viel Vergnügen dabei, wo auch immer!


    Mehr und Neues über Sebastien Tellier unter : www.myspace.com/telliersebastien


    Tracks

    1) Roche
    2) Kilometer
    3) Look
    4) Divine
    5) Pomme
    6) Une Heure
    7) Sexual Sportswear
    8) Elle
    9) Fingers of Steel
    10)Manty
    11)L'Amour Et La Violence



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  • REVIEW [in german:] Soundtrack - The Edge of Heaven/Auf der anderen Seite/Yaşamın…

    Nov 6 2007, 14:51



    Den Wunsch, die Ungrenze zu erreichen, der Wille des Entdeckens und des Wiederfindens der alten Werten, meistens ist es die Herkunft eines selbsts, auch ist es das Neue, noch zu Herauszugrabende, das geduldige Warten um es aller Welt zu berichten, am liebsten schreiend, mit der Freude ein Zeichen erreicht zu haben, hört man auch im Soundtrack des Films Auf Der Anderen Seite ( Essay (Indigo) ) von Fatih Akin, ohne den Film gesehen zu haben. Um so köstlicher ist es unbestritten, die Töne mit den Bildern, Beobachtungen, Übertragung von Erfahrungen Fatih Akin’s zu geniessen, so begleiten die Traenen den Schmerz, ein Laecheln, nachdem man sich selbst an die eigenen Bilder der Vergangenheit erinnert.

    Die Scheibe praesentiert uns vier Versionen des sehr alten anonymen Volkslieds aus dem Schwarzmeer. Das Duett von Kazim Koyuncu und Seeval Sam führen den Hörer zum Weg, der uns ans Schwarzmeer begleitet. Der Name Kazim Koyuncu im ganzen Land (Türkei) für seinen Erfolg im türkischen Rockmusik (mit dem Einfluss der Musik aus dem Schwarzmeer) bekannt. Um den Dialekt aus dem Schwarzmeer, gar Sprache (da es mehr als nur ein Dialekt für die türkische Sprache ist) im ganzen Land am Leben zu behalten, sang er die Lieder mit seiner Band in der schwarzmeerschen Sprache (lasisch). Bis zum letzten Moment seines Lebens hat er sich mit Musik beschaeftigt und starb mit 33 Jahren an Lungenkrebs.
    Hier haben das Konzept des Filmes und des Soundtracks eine Gemeinsamkeit. Im Film wird uns gezeigt, dass der Tod eine jemanden, auch eine Ursache ist, die Weiterlebenden zusammen zu bringen und somit der Gestorbene mit dem Zusammentreffen der Restlichen eigentlich weiter lebt. So ist es auch mit Kazim Koyuncu: mit seinen Songs, laesst er viele aus verschiedener Herkunft, oder aus der gleichen, bringt er die Zuhörer zusammen und lebt somit weiter.

    Auch Stefan Hantel, bzw Shantel gönnt sich einen Trip nach Schwarzmeer, und macht somit einen seiner ersten östlicheren Schritte im Vergleich zu seinen vorherigen Werken, die bis ins balkanische langten. Wie beim Regisseur ist auch bei ihm die Neugier nicht zu stoppen. Dass seine musikalischen Grenzen nicht nur Deutschland und “das Englische” umfassen, hat der DJ aus Frankfurt “am Meer” mit den Alben “Bucovina Club Vol. 2“ und „Greatdelay“ seinen Fans schon laengst bewiesen.

    Der Soundtrack stellt dem Hörer, besonders dem, dessen Herkunft nicht aus der Türkei stammt, viele Künstler wie Sezen Aksu (die lebende Legendaere der türkischen Popmusik), Neşe Karaböcek (die Saengerin der Zeit unserer Eltern, eine der bekanntesten Namen der türkischen Popmusik aus den 70er Jahren), Selim Sesler (lebt mit seiner Klarinette und belebt die Hörer mit den orientalischen Tönen) und Birol Topaloglu, der im Soundtrack mit “Heyamo” die pure Schwarzmeermusik praesentiert. Auch dieser Song ist lasisch gesungen.

    Der Soundtrack hat für die Menschen mit schwarzmeerischem Herkunft bestimmt eine grosse Bedeutung, allein von den Songs her, aber noch grössere Bedeutung für diejenigen, die den Film gesehen und ein Teil des Films geworden sind, weil die Bilder dem Zuschauer manchmal wie ein Spiegel wirkten. So wars bei mir. Aber um so spannender für diejenigen, die weder aus dem Schwarzmeer oder Türkei kommen noch den Film gesehen haben. Der Soundtrack ist eine Einladung auf eine Mischung der Kulturen, die man als neugieriger Zuhörer nicht ablehnen sollte. Shantel hat sie offensichtlich angenommen.

    Mehr und Neues über Shantel unter : http://www.bucovina.de/
    Mehr über Kazim Koyuncu : http://de.wikipedia.org/wiki/Kaz%C4%B1m_Koyuncu
    Mehr über Birol Topaloğlu : http://www.biroltopaloglu.com/


    Tracks


    Kazim Koyuncu & Seeval Sam - Ben Seni Sevdugumi
    Shantel - Blacksea trip
    Selim Sesler - Kasap Havasi (Butcher's air)
    Shantel - Koupes - I'll smash glasses
    Nese Kara Böcek - Son Hatira
    Rootsman - Ta travudia
    Shantel - Ayten & Airport
    Birol Topaloglu - Heyamo
    Shantel vs Rona Hartner & DJ Click - Inel inel de aur - Bucovina dub
    Shantel feat. Binder & Krieglstein - Pietons - Bucovina Dub
    Sezen Aksu - Ölürsem yaziktir
    Shantel - Eight bears later
    Shantel vs. Kazim Koyuncu - Ben seni in dub
    Ahmet Kaya - Safak Türküsü
    Yusuf Kaba - Camburnu
    John Bullard - J.S Bach_ Menuet in G-Major
    Shantel - Glazart sea
    Shantel - Six Bars later
    Kazim Koyuncu - Ben seni sevdugumi
    Shantel - Lotte & Ayten
    Shantel - Road to the funeral
    Mackali Hasan Tunc - Ben seni sevdugumi


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  • REVIEW [in german:] Deela - Mano Mano

    Ott 15 2007, 16:59



    Wessen Ohren sich mit dem "handgemachten" Silberling bekannt gemacht haben, können sich zu den Glücklichen zaehlen und den beiden Handwerkern Ingo Möll und Martin Morsch dafür dankbar sein, dass sie die durch einem Festplattenunglück verloren gegangenen Songs wieder ins Leben gebracht haben. Die Zusammenarbeit des Musikers, DJs und Produzenten (Ingo) und des Schlagzeugers und Percussionisten (Martin) ist in ihrer Reise mit 19 Stationen klar zu hören.

    Gleich am Anfang mit Mountains and Stars zeigt uns Deela wo es lang geht. Wohin genau, darf man es erst gar nicht versuchen zu definieren, denn die Musik ist zu farbig, um sie in irgend eine Tongruppe zu versorgen. Bis zur 5. Station, die sogenannte All There Is, kommt man mit einer ruhigen Kopfnicktakthaltung durch, doch spaetestens von jetzt an ist man als Mitreisender in die Musik integriert und der Körper ist sich im Klaren: tanzen ist angesagt.

    Wie in den meisten Songs mit verschiedenen Künstlern gearbeitet wurde, wird die 6. Station, Uciekam, von der Jazz-Saengerin Kasia Bortnik, einer sanften Ruhestimme, begleitet und gibt dem ganzen Instrumentengemisch einen loungsam(er)en Fluss. Der Sound der klassischen Gitarre laesst uns immer wieder an ein Sommerbild erinnern, wie zum Beispiel in unserer 10. Station, Radio Deela, spanisch Kurs für Anfaenger, nur funkiger, sonniger, Maria Garcia Lora als Trainerin und immer wieder sind die natürlichen Schlagtöne im Hintergrund zu hören.

    Absuordo praesentiert uns die vielleicht aggressivsten Schlagtöne, die in unserer ganzen Reise vorkommen, wobei Aggressivitaet ein Unwort für dieses Handwerk ist. Denn alle 19 Stationen in einem erscheinen wie Offenheit und Einsein; vielleicht ist es der Einfluss von Benutzung vieler Instrumenten und Stimmen in einem, dass dieser Eindruck überhaupt entsteht. Wie es der Titel auch sagt, wird die Geschwindigkeitstaste berührt und eine Pause nach dem Tanzen gegönnt, waehrend dessen kann man sich wundern, wie schnell man die 12. Station erreicht hat, "Take It Slow". Gleich danach im Song Esperame begleitet uns die melancholische Stimme Miriam Suarez Argueta, die Saengerin und Gitarristin der spanischsprachigen Latin-Akkustik-Gruppe "a solas sin mi".

    In insgesamt vier aller Stationen, hört man auch am Schluss die Stimme von Mango Juice, der mittlerweile nicht mehr als Stimme sondern ein Teil der Instrumenten klingt.

    Die Musik von Deela ist nicht eine, die irgend einen Platz sucht, oder durch Normen eingestuft oder klassiert werden will. Sie ist nicht für jemanden bestimmten produziert, wobei man hier nicht von Produkt, sondern von Kunst redet. Sie ist für alle da, besonders für diejenigen, die für Neues und Verschiedenes offen sind, und wie ich die Deela von deren Sound schaetze, sind es auch sie.

    Mehr und Neues über Deela unter: Deela-MySpace

    Switchstance Recordings

    la mano = die Hand (span.),
    mano a mano = Hand in Hand (span.),
    hecho a mano = handgearbeitet (span.)

    Tracks:

    1) Mountains and Stars
    2) One Eyed Captain feat. Mango Juice
    3) Killo feat. Maria Garcia Lora
    4) Hole in the Sun
    5) All There Is
    6 )Uciekam feat. Kasia Bortnik
    7) Obrigado
    8) Power Gone feat. Shocking Murray, Maiiah & Mango Juice
    9) 7 Nights a Week
    10)Radio Deela feat. Maria Garcia Lora
    11)Absourdo
    12)Take It Slow
    13)Esperame feat. Miriam Suarez Argueta
    14)Quirez Corazon feat. Maria Garcia Lora
    15)For What You Are feat. Mango Juice
    16)Naked (Mano Mano Mix) feat. Inga Lühning
    17)Local Deela feat. Mango Juice
    18)Parero feat. Maria Garcia Lora
    19)King Alpha & Queen Omega feat. Mango Juice




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