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  • also wenn das nicht...

    Nov 16 2008, 2:33

    Sa., 15. Nov. – Tomte, Novillero

    ...die geilste schönheit war weiss ich nicht....

    morgen mehr ;)
  • Tickethyänen*

    Ago 4 2008, 12:42

    Thu 31 Jul – Massive Attack, Phantom Limb

    Je ausverkaufter desto gieriger die Kartengeier: Schon auf ebay, flohmarkt.at und sonstigen Plattformen sind mir in den letzten Monaten immer wieder die Leute sauer aufgestoßen, die Karten hamstern um sie dann mit teilweise bis zu 100% Gewinn weiterzuverkaufen.

    Auch wenn es nichts neues ist, das muss mal gesagt werden: Tickethyänen sind ekelhafte Störfaktoren auf dem Eventmarkt! Ärgerlich ist dabei nicht nur die Tatsache, dass sich diese Leute an etwas bereichern wozu sie aber sowas von garnichts beigetragen haben, und zweitens oft noch so tun als wären sie ganz gewöhnliche Leute, die halt mal zufällig eine Karte zuviel haben. Dabei ziehen sie den letzten Leuten das Geld aus der Tasche, die bereit sind, der Musikindustrie Geld zuzuführen. Statt minderjährige mp3-Sammler zu jagen sollte man vielleicht auch mal den Leuten die sich hier steuerfrei bereichern das Handwerk legen.



    Ein besonders dreister Vertreter der Gattung hat uns beim ausverkauften Massive Attack Gig in der Arena letzten Donnerstag 2 Restkarten (Bekannte hatten kurzfristig abgesagt) noch unter Einkaufspreis abgekauft - er wollt uns sogar noch runterhandeln, mit Gesudere und Mitleidstour... Da denkt man sich: Schön jemandem einen Gefallen zu tun, ich war oft genug selbst schon auf Restkarten angewiesen.

    Den selben Typen hab ich 5 Minuten später gesehen als er die Karten um fast das Doppelte weiterverkauft hat, an 2 Jugendliche die verzweifelt ihr letztes Kleingeld zusammengekratzt haben. Das Kotzen könnte einem kommen, echt! Heute hab ich ihn auf einem Foto in dieser eigentlich sehr schönen Gallery entdeckt, da hab ich mich gleich nochmal geärgert...

    * Das ist ein Nachtrag zu meiner Review über den ziemlich superen Massive Attack-Gig.
  • Massiv frische Attacke

    Ago 2 2008, 16:31

    Do., 31. Jul. – Massive Attack, Phantom Limb

    Immer an alles denken, dem Wetter ausgesetzt muss auch für ein einzelnes Konzert festivalmäßig gedacht werden: Wollpullover umgebunden, Regenjacke eingesteckt, schnell noch ein T-Shirt unters kurze Hemd angezogen, heute ist ja Open Air Arena, und es regnet! 2 Stunden später stehe ich ungläubig in einer heißfeuchten aber wolkenlosen Megaschlange vor der Arena und bin zu dem Zeitpunkt schon nasser geschwitzt als der Regen es je zustande gebracht hätte…

    Diese Schlange ist auch mit schuld, dass wir die Supportband des Abends Phantom Limb nur durch eine Ziegelmauer hören, was aber eine zu verkraftende Tragödie darstellt. Das durchaus gut gespielte Schnarchnasengedudel ist mir am Nachmittag beim Testhören schon bei einem Ohr rein und dem anderen wieder hinausgekrochen. Dennoch werde ich später noch dankbar sein dass sie da sind…

    Kurz nach viertel Zehn sieht man durch das gläserne Treppenhaus eine Menge Leute huschen, die die noch größere Menge an Menschen vor der Bühne und an den Seitengeländern jubeln lässt, endlich geht’s los! Erwartungsvoll nippen wir noch schnell einen Schluck und als ein monoton achtelnder Bass einsetzt, der mich stark an A Prayer For England erinnert, sind wir schon mitten drin in dem Trip: Watteweiche Akkorde im Refrain wechseln sich mit gehackt-verzerrten Gitarren ab, der gschmeidige Gesang von Phantom Limb Frontfrau Yolanda Quarty mit der unheilvollen – aber leider viel zu leisen - Sprechstimme von Daddy G. „All I Want“ heißt der hypnotische Opener, den wir wohl auf dem für Anfang 2009 erwarteten neuen Massive Attack Album wieder finden werden.

    Nach „Marooned“ – das fand ich dann bissel fad - einem weiteren von insgesamt 8 (!) neuen Tracks, die wir an diesem Abend hören, wird erstmals freudig über was Bekanntes gejubelt, hier das komplette Set:

    ALL I WANT * >
    MAROONED * >
    Risingson
    Teardrop
    16 SEETER * >
    KINGPIN *
    Mezzanine
    HARPISCHORD *
    RED LIGHT *
    Inertia Creeps
    Safe From Harm
    MARAKESH *
    ----------
    Angel
    Unfinished Sympathy
    DOBRO *
    ----------
    Karmacoma

    *) fresh >) YouTube Link


    Attackers
    3D und Daddy G zu hören ist so vertraut wie nach Hause kommen, die beiden sind aber mit ihren tiefen Stimmlagen oft kaum zu hören, was prinzipiell schon nervt, speziell aber bei den vielen neuen Nummern, weil man sich das Unhörbare nichtmal selber dazudenken kann. Nebeneffekt davon: als zum ersten Refrain der letzten Zugabe die Musik abbricht um uns frenetisch „KARMACOMA“ rufen zu hören, 3D sogar noch die letzten Zeilen acapella wiederholt, findet das nicht statt, weil erstens er und Daddy G wie gesagt einfach zu leise sind, und zweitens das Warten auf einen Crowdshout bei der Stimmung dieser Nummer sowieso eine eher dämliche Idee ist. Lustig wars trotzdem anzusehen.

    Als Horace Andy für 16 Seeter erstmals die Bühne betritt, sind wir endgültig angekommen. Leider wird Hymn Of The Big Wheel nicht gespielt, aber als er einige Nummern später Angel singt wünsch ich mir diesen Moment in einem Schachterl oder eingerahmt fürs Schlafzimmer.

    2 Überraschungen des Abends waren die neuen Stimmen: Die bereits erwähnte Yolanda Quarty hat Soul und Blues in der Stimme, singt u.a. Hammernummern wie Safe From Harm und Unfinished Sympathy und macht mich dabei immer wehmütig und glücklich zugleich.

    Stephanie Dosen stelzt erstmal mit einer Gitarre auf die Bühne und singt dann Teardrop so wunderbar, dass ich erst bei ihrem zweiten Auftreten merke wie x-haxert verrenkt sie dasteht. - so kann man anscheinend viel besser singen! Respekt, das hat alles genauso geklungen wie man sich das wünschen würde, ohne einfach nur eine Kopie zu sein.

    Visuals & Mix
    Wie von Massive Attack schon erwartet gibt’s wieder ordentlich was zu sehen. Screens über die gesamte Bühnenbreite wechseln sich mit der Lichtshow so perfekt zur Musik ab dass man sich fragen möchte ob das Gehörte das Gesehene steuert oder umgekehrt. Von den anfangs noch harmlos schneeregnenden und lichtblitzenden Screens werden wir von Nummer zu Nummer mit mehr Textfetzen beworfen. Wie immer ist es sehr politisch und - wie schon auf vergangenen Touren gesehen - tagesaktuell und ortsbezogen. Und vor allem eines ist es: sehr intensiv!

    Der Sound ist voll und kräftig, Feinheiten in den Gitarreneffekten kommen zu unserer Position klar durch. Rhythmisch ergänzen Samples aus dem Elektrobunker in der Mitte die beiden flankiernenden Drumsets - oder ist es umgekehrt – präzise und stimmig.

    Aber?
    Nur 2 Sachen waren da: Erstens die schon erwähnte Mixschwäche bei D & G, und zweitens der Start mit 2 unbekannten Nummern, von denen die zweite ein leichter Stimmungskiller war. Bezeichnend auch zB dass der Applaus in der ersten Encorebreak – nach Marakesh, einer ziemlich superen neuen Nummer mit der blonden Zuckerstimme – nicht zu vergleichen ist mit dem Begeisterungssturm der Pause nach Dobro – einer ebenfalls neuen Nummer (mich etwas an Radiohead erinnernd) die nach Angel und Unfinished leichtes Spiel mit uns hatte und frenetisch gefeiert wurde. Dieses An-der-Hand-eines-bekannten-Freundes-auf-die-Bühne-Führen hätte den neuen Nummern vor allem am Anfang gut getan. Die wichtigste und positive Erkenntnis ist trotzdem: ein Gig muss nicht überwiegend aus bekannten Mitsing-Hits bestehen, damit er spitze wird!

    Und?
    Ja, total! Das mutige 1:1 Mischen von gut Abgehangenem mit Frischfleisch ist absolut gelungen und macht mich ziemlich Vorfreuen auf das überfällige neue Album! Und eine weitere Erkenntnis, dass es immer gut ist, wenn jemand einen Rucksack mithat, wo man seine komplett überflüssigen Regen- und Kälteschützer unterbringen kann.
  • Mars 10000 Volta!

    Lug 24 2008, 13:28

    Mi., 23. Jul. – The Mars Volta

    Knapp nach dreiviertel 11 komme ich wieder zu mir, habe ich das gerade wirklich erlebt? Ein Klangfeuerwerk ohne eine Sekunde Pause, um auf die Uhr zu schauen oder auch nur ans Pinkeln zu denken, ist gerade zu Ende gegangen.


    2 Stunden vorher: Als 8 Mars Voltas die Bühne betreten ist die ausverkaufte Arena gerammelt voll und gespannt. Man dampft noch regennass vor sich hin, und dann gehts schon los, ohne Hallo oder Schuhe abputzen. Goliath vom neuen Album eröffnet das Set, und gleich wird klar wie das abläuft: hier wird nicht runtergespielt was man schon kennt, hier wird zelebriert und so lang in einem Song verharrt wie es Spaß macht, und das tut es! Keine Ahnung wie lang sie das Thema der ersten Nummer ausgedehnt haben, aber es war keine Sekunde zu lang, sehr sehr geil, und immer mitten in Herz und Magen.

    Goliath very Extended geht über in ein Gitarrengewitter, in dem ich hoffnungsvoll das Intro meiner Lieblingsnummer zu hören glaube, und hurra, die Drums bestätigen: Viscera Eyes! yippie... Wieder wird Bekanntes mit Session-Jamming gemischt, gewaltig, perfekt und sehr sehr laut. Erstmals fällt mir auf, dass der Bass in der Halle etwas verwischt, sonst aber ist der Sound von meiner Position ziemlich super, immerhin orchestern da 8 Leute vor sich hin was das Zeug hält, Megalomania olé!

    Mitten im Set wirkt The Widow wie ein eingereister Popsong, mit seinen geraden 4 Vierteln pro Takt und geschrummten Gitarren. Eine kleine Verschnaufpause fürs Hirn, schön auch. Danach gibts wieder voll auf die Nüsse, genug gekleckert!

    Los Voltas
    Cedric Bixler-Zavala hüpft ab dem ersten Takt so wild herum dass man denkt, das hält er keine 10 Minuten aus, und singen kann man dazu schon garnicht. So kann man sich irren, kein faules "ich bin auf tour, und nicht mehr so bei stimme" Herumsingen, im Gegenteil - auch die Töne, bei denen man am Album vermuten möchte sie wären vielleicht technisch unterstützt, kommen live präzise und kraftvoll, und trotz ständiger Gummibeinartistik ohne Keuchen oder Atempausen.

    Cedrics Spiel mit den weissen Micro-Stands ist ein Monty Pythonesquer running Gag am Rande, immer wieder wirft er sie wütend auf den Boden oder von der Bühne, Sekunden später ist sofort ein neuer da. Sehr lustig.

    Omar Rodriguez-Lopez springt daneben wie ein Gummiball über die Bühne und spielt uns schwindlig, was für ein Gitarrist! Das Zusammenspiel mit dem sensationellen Thomas Pridgen ist besonders schön anzusehen, immer wieder improvisieren die beiden einander zu, machen Frage-Antwort Spielchen, und die ganze Band zieht mit, so eine gut eingespielte Truppe hab ich echt noch nie gesehen - selbst in den kompliziertesten Rhythmen gibt es nicht einen einzigen ungenauen Takt.

    Los Solos
    Zu Gitarren- und Schlagzeugsoli hab ich ja eigentlich ein schlechtes Verhältnis, je besser ein Musiker ist, desto langweiliger ist es meist der protzigen Hirnwixerei zuzuhören. Bei Mars Volta wird nicht gerade gegeizt mit Gedudel und Gefudel, und auch Keyboards, Bass und Saxophone kommen dran. Trotzdem ist bei Mars Volta immer die Musik im Vordergrund, immer der Gesamtsound stimmig. Nie wird es langweilig oder zuviel, weil auch im Drumsolo immer noch soviel von der eigentlichen Nummer erkennbar ist, dass es sich einfügt und immer gschmeidig zurückfindet zum Rest der Truppe. Thomas Pridgen war bei dem Gig gestern überhaupt das Beste was ich an den Kesseln jemals gesehen habe. Und auch von der Kondition her unglaublich, naja solche Muckis kriegt man wohl auch nicht vom Triangelspielen...

    Die Setlist komplett - klingt wenig, isses aber nicht:
    Goliath
    Viscera Eyes
    Wax Simulcra
    Ouroborous
    Ilyena
    Cygnus... Vismund Cygnus
    The Widow
    Aberinkula


    El final
    So schnell wie sie die Bühne betreten haben sind sie dann auch wieder weg, ein 2 stündiger Orgasmus ohne Vorspiel und ohne Kuscheln. Wir stehen in der plötzlich sehr unfreundlich beleuchteten Arena Wien und fangen an, uns wieder zu spüren. Durst hätt ich ja eigentlich schon...