Top 30 of New Discovered Albums 2.1

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Gen 9 2012, 16:07

Wieder drei Monate um, wieder massig Alben gehört. Dieses Jahr waren die oberen Plätze sogar noch enger zusammen als im Vorjahr, insbesondere die Plätze 1 und 2. Um eine runde Zahl zu erlangen mussten dieses Mal zwei Alben aussortiert werden, so verpassten Torch The Bridge (Collection Of Thoughts) und Uprising Fomalhaut (S/T) den Sprung in die Charts.

Platz 30: Lunae Lumen - Catch-22
An letzter Stelle befindet sich das sehr dünne Werk einer Solo-Pianistin, dass kaum Melodien hervorbringt und ohnehin von sehr kurzer Dauer ist. Einzig und allein der Titel Forget kann kurzweilig überzeugen.

Platz 29: Nice Wings, Icarus! - Nice Wings, Icarus!
Sehr trashiges Tribal-Post Album (Nutzung von Violinen etc.), auf das ich durch den wirklich guten Song Those, who built the Pyramids aufmerksam wurde. Leider kann der Rest des Albums die gelungene Kombination aus sehr hartem Rock und intelligentem Geigenspiel in keiner Weise halten. So bleibt es bei ein paar wenigen guten Momenten, alles andere unmelodisch und strukturlos.

Platz 28: Tales of Murder and Dust - Peyote [EP]
Hauptsächlich glänzt dieses Album durch seinen konsequenten Western-Style, der sehr ausführlich umgesetzt wird. Dabei wird zwar ein gewisses Feeling hervor gerufen, doch fehlt es einfach stark an Abwechselung. Hinzu kommt, das erst mit den beiden letzten Lieder (Stay Awake To See The Dawn und das starke Free) das beste vom Album kommt.

Platz 27: Alex Kozobolis - The Whisper
Reines (und kurzes) Piano-Album, bei dem der Musiker ein äußerst merkwürdiges Tastenspiel darbietet; so scheint es teilweise, als wäre eine seiner beiden Hände ständig zu spät an den passenden Tönen. Zieht seine Leistung leider stark nach unten, denn seine Melodien sind, insbesondere beim wundervollen The Day She Met Herself, ausgesprochen gelungen.

Platz 26: Raphaël D. Hardy - Everything That Came Into My Mind
Das nächste pure Klavierwerk, auch wenn es sich um eine grundlegend andere Klangart handelt. Wo die bisherigen Pianisten (A Veil Of Water aus dem Vorjahr mit eingeschlossen) auf eher melancholische und schwere Klänge setzten, bringt Raphaël D. Hardy hellere und hallendere Töne in die Szene. Dabei spielt er vergleichsweise sehr schnell. Die Melodien sind weitesgehend passabel, jedoch fehlt es an Tiefe oder hier an Höhe.

Platz 25: 417.3 - _(-_-)_
Denkwürdige Betitelungen ihrer Stücke weist die Tribal-Post Band 417.3 aus Russland auf. Anstelle von (teilweise) philosophischen Aussagen wählte man hier Zahlen und Zeichen zur Namensgebung. Auch die Dauer der Stücke sind immer volle Minuten. Ähnliche Präzision hätte man sich beim Schreiben der Musik selbst gewünscht, denn die fällt eher durchwachsen aus. Höhen und Tiefen? Größtenteils Fehlanzeige. Wodurch das Album punktet, abgesehen von der netten Betitelungen? Hauptsächlich von guten Melodien, dem Einklang zwischen den Instrumenten und der Konstanz.

Platz 24: Blackpaperplanes - 2011 - Escape
Kürzer als die 2010er Version, wobei die Qualität jedoch keineswegs reduziert wird. Gute Riffs und ansprechende Soundspielereien kämpfen dabei wie im Vorjahr gegen die teilweise aufkommenden, undurchsichtigen Lautstärkephasen. Insgesamt ein guter Schritt Richtung Debütalbum, das hoffentlich bald in Produktion gehen wird. Potential ist ausreichend vorhanden.

Platz 23: Aesthesys - Demo
Ich habe ja schon viel gehört auf last.fm, aber die Ton-Qualität dieser Demo ist bettelarm. Eine riesige Schande, denn der Künstler Aesthesys (mit einer EP im letzten Quartal noch enttäuschend auf Platz 24) ist ein wahrhaftes Genius. So wie er die verschiedensten Instrumente zusammen in wunderbaren Melodien verpackt, steht er wirklich alleine. Hätte er dies nun auf die Dramaturgie eines richtigen Albums gebracht, wäre eine noch höhere Platzierung garantiert gewesen. Jedoch merkt man deutlich, dass es sich bei der Demo um eine Demo handelt. So werden die unglaublich genialen Stücke (fast achtlos) übereinander gestapelt, ohne richtigen Leitfaden.

Platz 22: Theme: Tragedy - Environments Dreamers EP
Ein Pianist, vermutlich aus Spanien, der es hervorragend versteht seine Klaviermelodien mit elektronischen Klängen zu verzieren. Der Song Lizzi's Heart strotzt nur so vor Melancholie und tiefgründiger Schönheit und bewirkt fast, dass die restlichen Titel auf der EP übersehen werden. Denn die sind zwar ebenfalls gut gelungen, aber lange nicht so outstanding wie genannter Titel.

Platz 21: Theme Of My Autumn - Thousand Outlines
Mit einer Gesamtdauer von unter zehn Minuten wohl das kürzeste Werk in diesem Ranking. Das trotzdem Platz 21 bei rumkam durfte wohl für sich redend sein. Denn in diesen wenigen Minuten erschafft der Künstler ein maßgenaues, schnörkelloses Klangbild, das perfekt in die kurzen Momente des Lebens passt. The First kann dabei mit den größen Titeln des Post-Rock durchaus mithalten.

Platz 20: White Lies - Ritual
Mit dem Auftakt in die Top 20 kommt nun auch direkt der erste größere Name: Die White Lies brachten es mit ihrem zweiten Studioalbum nicht weiter als Platz 20. Liegt bestimmt auch an der großen Konkurrenz und den vergleichsweise wenigen Durchläufen die das Album hat, dennoch sind mir direkt einige Abzugspunkte ins Auge gefallen: Ein Großer dürfte die ausgesprochene Pop-Ader sein, die die Platte aufweist. Grundsätzlich ja nicht unbedingt etwas schlechtes, aber in diesem Fall zieht es einen großen Energieverlust in der Musik mit sich. Gitarrenriffs wie im Vorgänger werden ebenso wie anspruchsvolle Lyrics sehnlichst vermisst. Lediglich in puncto Experimentalität macht die Band einen Schritt nach vorne.

Platz 19: My Angel Sleeps on the Other Rail - It was just the beginning...before the rain
Coole Riffs und einfallsreiche Tunetable-Sounds bescherten diesem, wenn auch kurzem, Album einen Platz in den Top 20. Der Sound ist durchgehend und lässig, geschickt gespielt und immer wieder passend verzerrt. Bester Song ist wohl Never (dying animals song) (03), in dem genanntes Zusammenspiel aus Mischpult und Rock am besten zum Vorschein kommt. Besonders die Melodie am Anfang brachte große Pluspunkte.

Platz 18: Behzad Mehrnoosh - Vildmarken
Im Grunde verkörpert dieses Album das, was ich mir unter solidem Post-Rock vorstelle: Eine Platte, die man sich immer anhören kann, bei der man weiß, woran man ist. Bandcamp verdanke ich einen klaren Sound und die Lyrics von Behzad (ist das ein Name?). Unglücklicher oder glücklicher Weise (ich kenne sein literarisches Talent nicht) sind seine Texte komplett auf schwedisch, ziehen daher keine große Aufmerksamkeit bei ihren überschaubaren Einsätzen nach sich. Die Stimme passt sehr gut ins Gesamtbild, mit ruhiger und bedächtigen Tonlage macht der Künstler hier nichts falsch. Bei einer Dauer von 66 Minuten kann ich zwar nicht behaupten, dass Album vollständig zu kennen, doch würde ich es als sichere Bank an jeden Post-Rock Fan weiterempfehlen, ebenfalls wie es mir empfohlen wurde.

Platz 17: Radiohead - Amnesiac (Collector's Edition)
Das erste und nicht letzte Radiohead-Album in diesem Ranking. Mit Amnesiac (Collector's Edition) ist der zweite Teil der erweiterten Edition gemeint, der erste erlangte im All-Time-Rank ja bereits Platz 15. Doch hier wird's schon spannend: Denn hätte ich die Playlist für das Album bestimmen dürfen, wären die Top 10 ein realistische Platzierung gewesen, denn die CE beinhaltet wahre Juwelen, von denen ich mindestens drei auf die endgültige Version gepackt hätte. The Amazing Sounds of Orgy, Kinetic und Fog sind einfach großes Kino und hätte perfekt ins Schema von Amnesiac gepasst. Dabei hätte ich sie mit Morning Bell, Pulk/Revolving Doors und Dollars & Cents vertauscht. Aber das nur am Rande. Denn schon isoliert für sich bieten die Tracks großartige Musik, großes Feeling und beweisen erneut das Genius von Yorkie und Co.

Platz 16: David Guetta - Nothing but the Beat
Es tut mir leid, aber alles andere schlechter als Platz 16 wäre schlichtweg unverdient für diese Scheibe, besonders da die Radiotauglichkeit von der Clubtauglichkeit um Längen übertroffen wird. Wer es schafft, ein Electro-Dance-Album so sicher und beständig aufzubauen, muss dafür auch honoriert werden. Immer mit den passenden Sängern, dem richtigen Rhythmus und einfallsreichen Synthesizer präsentiert sich Guetta auch den Musikgourmets gegenüber in Bestform. Viva & Co. stellen durch Dauerspielen der Lieder sicher, dass auch jeder mitsingen kann (Besonders erwähnenswert an dieser Stelle Repeat oder Titanium, ausgestattet mit zwei Betitelungen).

Platz 15: League - Golden Maps EP
Ziemlich elektronisch geht es mit der Band League weiter, die ich auf Youtube gefunden habe. Sie machen sehr lässigen Synthie-rock/pop, der über alle fünf Songs verteilt abwechslungsreich ist, sodass das Zuhören dauerhaft Spaß macht. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass es sich hierbei doch um Pop handelt und die Album nicht zum ständigen Nacheinander-Durchhören gedacht ist. Die Stimme des Sängers ist ein Minuspunkt, besonders schön und stimmungsvoll klingt sie nämlich nicht. Was dies ausgleicht, ist der Einsatz der Stimme; denn der passt meist sehr gut zu den Melodien und dem Rhythmus.

Platz 14: wecollectskies - Adventures of the Lost
Adventures Of the Lost ist eindeutig kein Album für Jedermann. Von Anfang bis Ende wird in einem Zug durchgeballert, Platz für Ruhepausen wird gerade genug gelassen, um den Zuhörer nicht ertauben zu lassen. Denn eins ist auch klar, nur bei aufgedrehter Lautstärke erzielt das Werk seine Wirkung.
Benutzt werden bei diesem Soundspektakel Electrodrums, Tunetable mit Bass und natürlich E-Gitarren. Voice- und sogar Songsamples gibt es auch, aber nur in einem kleinen Maße. So unverschämt hier auch Lärm gemacht wird, so unverschämt melodisch klingt das Ganze, wenn man sich erstmal an das Schritttempo gewöhnt hat. Mit Platz 14 belohne ich fast vielmehr den Mut, die Individualität und die damit einhergehende Maximalität von wecollectskies als das wahrhaft musikalische.

Platz 13: The Same But 100 Times Better - They Offer Me, But I Don't Want EP
Ziemlicher harter Post-Rock, der sich aber im Gegensatz zu anderen Bands nicht in der Trashigkeit verliert. Laute Gitarren und massiver Bass erzeugen anhaltend eine Basis, die von klasse Riffs und gegen Ende auch herrlichen Geigen Richtung Vollendung gebracht wird. Klar, nur Richtung Vollendung, immerhin handelt es sich um eine EP, doch ist hier ein großer Sympathiepunkt einfach der Spielweise zu verdanken. Der Name ist zwar nicht allzu ernst zu nehmen, doch deutet er bereits an, dass gewisse Details im Sound "anders" konstruiert und verwirklicht wurden. Ein weiterer Punkt wäre, dass die Schwächephase des Albums nicht allzu grob ausfällt. Sie bleibt zwar nicht besonders hängen, doch das tun dafür umso mehr I Love You und Red-letter Day, glaubt es mir.

Platz 12: Midlake - The Courage Of Others
Dieses Stück ist wirklich besonders, in mehrerer Hinsicht: Zum einen wirkt es, wenn man darüber nachdenkt, völlig monoton, wenn man es dann aber hört jedoch vollgespickt mit vielen, "kleinen" Höhepunkten. Zum anderen ist es der Style, beinhaltend Musik und Texte; Acoustic mit einer E-Gitarre und eine Stimme wie ein Priester (deutlich zu hören in The Horn), die Texte behandeln hauptsächlich die Beziehung Mensch und Natur, weshalb der Titel des Albums etwas besser hätte gewählt werden können. Aber sei es drum, die Message wird beim Hören auch so gut übermittelt.

Platz 11: Laura - Twelve Hundred Times
Wäre eine Krankheit (passenderweise klingt es auch noch so), wäre Laura's Twelve Hundred Times ein stark befallener Patient. Bestimmt über die Hälfte der Lieder enden, wenn sie nicht schon zur Hälfte damit beginnen, in einem Lärmsumpf aus schrillen E-Gitarren. Das ist besonders bitter, da sich die Band besonders auf das Erschaffen von "Soundteppichen" spezialisiert zu haben scheint, das heißt das nahtlose Zusammenspiel einer Vielzahl Instrumente, in diesem Fall hauptsächlich von Streichern und Post-Rock Equipment. Diese sind größtenteils stark gelungen, versinken dann wie gesagt jedoch in einem heillosen Durcheinander von Klängen, die sich gegenseitig übertönen zu wollen scheinen. Das dadurch schon etwas (in seiner Qualität) dezimierte Album nimmt sich selbst noch mehr Zeit in Form von kleinen, unnötigen Intros, wie man es ähnlich schon bei A Thousand Suns bestaunen dufte. Was übrig bleibt, ist dagegen ganz große Kunst. This Grey Earth wird immer wieder zum tobenden Sandsturm voller Energie, New Safe Confinement ist durchgehend ein tragischer Bootsgang und Mark The Day schneidet die lyrische Perfektion an. Wirklich, alleine dieser Song verschafft dem Album eine Menge Luft, der Sänger krönt hier nochmal seine solide bis starke Leistung. Alles in einem verpasst die Band durch zu häufigem Glitch den ganz großen Clou, der durchaus möglich gewesen wäre.

Platz 10: Audiocæneat! - Red Sessions
Endlich mal eine vielversprechende deutsche Post-Rock Band! (Abgesehen von CUTE) Die Dresdner agieren in ihrem ersten Studioalbum extrem powervoll aber auch sehr durchdacht. So kommt es nie zu Energieverschwendungen, geschweige denn zu überlangen Ruhepausen. Der Gesang der Band kam zwar beim ersten Mal hören sehr überraschend, doch ist auch er sehr originell und passt gut ins Gesamtbild. Die Musik ist ziemlich stimmungsvoll ausgelegt, From The Massives To The Masses hat etwas bedrohliches lauerndes an sich während in The Truth Unfolded I der Adrenalin-Pegel bis zum Topwert steigt. Das Album bewegt sich also auf einem beachtlichen Niveau, Ruhephasen werden gnadenlos von genialen Momenten überstrahlt.

Platz 9: Powder! Go Away - laika still wants go home
Dieses Album bereitete mir das meiste Kopfzerbrechen; all die wundervollen Melodien, einfallsreichen Soundextras und Strukturwechsel werden von der Tatsache überschattet, dass alles verdammt stark nach den 65dos klingt. Natürlich bleibt es keiner Band oder zumindesten nur sehr wenigen vorenthalten, einen wirklich (!) einzigartigen Sound zu haben. Doch Aufbau, Grundidee (Post Rock mit Tunetable etc.), Nutzung von Geigen, Soundsamples rauben dem Album an Authentizität und Innovation, da es genauso gut von genannter Band hätte geschrieben sein können. Sieht man aber einmal von dieser Tatsache ab, hat man ein wirklich wunderbares Album vorliegen. Man darf sich über immer verschiedene Griffe und Klänge freuen, die Band erwischt ein gescheites Maß zwischen "kraftvoll" und "zu laut". Der Drumer ist super und insgesamt scheint die Band ein Gespür dafür zu haben, wie man die selben Instrumente so abwechselnd spielt, dass man mit einfachem Repertoire keine Monotonie zu Stande kommen lässt.

Platz 8: Helios - Caesura
Ein weiteres Extrem in meiner Musiksammlung, nach wecollectskies, doch in einer völlig entgegengesetzten Richtung; Helios machen die malerischste, friedvollste und unberührteste Musik die mir je untergekommen ist. Das Album ist ein einziger idyllischer Traum; jeder Ton, egal wie ruhig und unscheinbar er gespielt sein mag, sitzt und zwar exakt an der richtigen Stelle, sodass ein Gefühl der kompletten Abgeschiedenheit entsteht, ohne wirklich einschlafen zu müssen. Dabei ist ein Stichwort natürlich das Thema "Kopfkino".
Aber auch so überzeugen Helios mit einfallsreichen Techniken, reinen Gitarrenklängen die man kaum noch als solche wahrnimmt und einen sanften Bass, der die Richtung aus dem tiefen Hintergrund heraus angibt. So bewegt sich scheinbar alles auf einer Welle, was das Album zum wirklich perfektem Chillout-Werk macht. Die einzigen, wobei dies hier auch positiv verstanden werden darf, Höhepunkte sind in Backlight und dem grandiosen A Mountain of Ice.

Platz 7: Ratatat - Classics
Das erste Album seiner Art, dass mir bisher in den Besitz gekommen ist, daher am ehesten zu vergleichen mit Moderat. Ratatat macht sehr beschauliches Indietronica, das einfach nur wunderbar detailliert ist. In jedem Song lässt sich etwas neues finden, am besondersten ist meiner Meinung nach dieser unbeschreibliche Moment wenn in Tacobel Canon das erst untergründige Fiepen seinen hohen Ton erreicht. Doch auch sonst überzeugt das Album durch und durch mit Abwechslung und einem immer treibendem Rhythmus. Herrlich, wie Gitarre und Synthesizer im Einklang spielen, den Takt dabei immer im Blick. Einzig die Dramaturgie lässt in dieser Hinsicht etwas zu wünschen übrig. Als Post-Rock Fan bin ich da natürlich stark verwöhnt, deshalb missfällt mir diese "einfache" Aneinanderreihung von Songs ohne wirklich langfristig etwas aufzubauen. So wirken auch kleinere Ruhephasen teilweise ziemlich unpassend. Nichtsdestotrotz ein sehr empfehlenswertes Album, dass man durchaus mal probiert haben sollte.

Platz 6: Show Me A Dinosaur - Evolvent
Es gibt Post-Rock, der durchaus langweilig werden kann, doch guter Post-Rock wird es nie. Mit Dynamik, Kraft und den besonderen Momenten trumpfen die Russen von Show Me A Dinosaur mit ihrem Debüt "Evolvent" dieses Mal groß auf. Das Album ist von Anfang bis Ende kompakt, verliert nie an Power und besticht durch massives Playing wie zu TWDY's besten Zeiten. Dramatisch und laut wird es immer wiedermal, wobei das Mastering des Albums etwas negativ auffällt, da das Schlagzeug leiser gestimmt als das Gitarren-Ensemble zu sein scheint. Was ich jedoch sehr begrüße ist die hintergründige Botschaft, die durch Songnamen und eingespielte Reden gebracht wird. Kurioserweise befasst sich dieses Album in etwa it der gleichen Thematik wie die Russen von powder! go away; dem Wettlauf ins All, geführt von Russen und Amis. Es reizt nochmal besonders, selbst etwas über die Bedeutung der Musik in Erfahrung zu bringen, so bei diesen beiden geschehen.
Dreht Evolvent also, nachdem ihr die Informationen gesammelt habt, schön auf und lasst euch von der geballten Rockpower der Band verschlucken.

Platz 5: Saxon Shore - The Exquisite Death Of Saxon Shore
Instrumental geht es auch in den Top 5 weiter, mit Saxon Shore, einer Post-Rock Band, die große Bezüge zu elektronischen Mitteln herstellt. Dabei greifen Elektronik und Rock nahtlos ineinander über, sodass es nach einer Zeit als nichts besonderes erscheint, wenn anstatt eines Gitarrenriff ein Stück vom Synthie erklingt.
The Exquisite Death Of Saxon Shore ist von vorn bis hinten gelungen; die Tonqualität ist super, es überzeugt mit immer neuen Melodien und auch die Songtitel sind gut gewählt. Die Drums halten das Geschehen ständig in Bewegung, während der Rest für die schönen Momente des Hörens arbeiten. Und von diesen gibt es ausreichend, A Greatness at the Cost of Goodness und Silence Lends a Face to the Soul sind hier nur Beispiele. Doch was schade ist, ist dass es die Band bei diesen Riffs und deren geringer Ausarbeitung belässt. So entwickelt sich aus diesen wirklich großartigen Ideen meiner Meinung zu wenig, was sich auch in den sehr kurzen Tracklängen von durchschnittlich 4 bis 5 Minuten wiederspiegelt.

Platz 4: Radiohead - In Rainbows
"How come I end up where I started? How come I end up where I went wrong? Won't take my eyes off the ball again, You reel me out then you cut the string..." Die erste Strophe beschreibt die Problematik des letzten Albums ganz treffend. Bei Hail to the Thief verlor die Band zu oft den Leitfaden aus den Augen und verspielte sich zu oft in den selben Thematiken, sowohl musikalisch als auch lyrisch. Mit diesem Album wird dies nun geändert. In Rainbows ist in gewisser Weise ein Lebensgefühl, es ist zwanglos aber doch zielorientiert, experimentell aber nicht leichtsinnig, einfach ziemlich lässig, fast wie beim Jazz. So geschehen im Eröffnungstrack
15 Steps, House of Cards und Jigsaw Falling into Place. Melodramatischer wird es in Nude, Videotape und dem wunderschönen All I Need. Weird Fishes/Arpeggi ist eine Mischung aus beidem und vielleicht mit der beste Song auf dem Album. Doch eine klare Nummer 1 lässt sich nicht herauskristallisieren, denn dafür sind Radiohead einfach zu vielfältig. Was am wichtigsten ist, dass die Band ihre Linie hier durchzieht. Vergleiche mit den anderen Alben sind nicht gerechtfertigt, da die Materie eine ganz andere ist. Nichtsdestotrotz ein Schritt nach vorne, auch wenn mit Bodysnatchers und Faust Arp sogar zwei schwächere Lieder geliefert werden.

Platz 3: Caspian - The Four Trees
Wenn ich sagen würde, Caspian sind eine Mischung aus This Will Destroy You und Explosions in the Sky, würden die Erwartungen an diese Band vermutlich in unmachbare Höhen schießen. Tatsächlich aber sind sie am ehesten so zu beschreiben, doch produzieren sie gleichzeitig einen eigenen Stil. Fortwährend stand das Album auf meiner Kaufliste und erst jetzt habe ich es gekauft. Endlich, denn das Album ist vollgespicht von emotionalen, adrenalinausschüttenden Momenten, hat jedoch gleichzeitig eine massive, räumliche Ader. Aufbau und Dramaturgie sind perfekt, ebenso wie sich das gehört. Überraschungsmomente sind ebenso vorhanden, wie wundervolle Durchschnaufpausen und gitarrenlastiges Powerplay. The Four Trees ist ein Muss für jeden Post-Rock Fan und zählt trotz Platz 3 in diesem Ranking schon jetzt zu den Großen.

Platz 2: Get Well Soon - Vexations
Die Überraschung des Vierteljahrs. Mit welchen Instrumenten Konstantin Gropper hier Indie-Rock (wenn die Bezeichnung denn noch zutrifft) macht, ist wirklich faszinierend; Mit einem Orchester und scheinbar 20 Bandmitgliedern produziert der deutsche Instrumentalist ein Konzeptalbum, das seinesgleichen sucht. Vexations bietet lyrische und musikalische Hochklasse, Gropper spielte erstaunlicherweise so gut wie alle der Instrumente selbst ein und erntet dadurch zusätzlich zu seiner wunderbaren Stimme Pluspunkte. Die Musik ist so ausgefallen und innovativ und dazu noch abwechslungsreich, dass ich das Album in einer Woche bestimmt fünfmal angehört habe, obwohl es meine Einstellung ist, ein Album nicht aufeinmal kaputtzuhören. Doch dieser Landsmann hat den Dreh echt raus. Seine Texte sind ein Genuss für jeden Lyrikfan und das sogar würde man die Musik weglassen. Doch dann würde man verpassen, wie treffsicher Gropper die wichtigen Zeilen und Worte betont, wie die Instrumente ihre Wirkung unterstreichen. Ein einziger Knaller, dieses Album, von dem ich dachte, es sei nichtmehr von Platz 1 zu verstoßen. Doch im direkten Vergleich machten einzelne Lieder mit übertriebener Ruhe den Unterschied, besonders That Love überstrapaziert die Geduld des Hörers etwas.

Platz 1: 65daysofstatic - The Destruction of Small Ideas
Im ersten Moment nach dem Hören war ich etwas überrascht und wenig überzeugt von den Destructions Of Small Ideas. Doch wie das so ist, in die ganz großen Meisterwerke muss man sich erst reinhören. So geschehen und so auch geschehen, dass ich heute ganz bewusst das Wort "Meisterwerk" in den Mund nehme, obwohl man mit solchen Ausdrücken sparsam umgehen sollte. Doch wie sonst soll ich etwas nennen, dass einen über eine Stunde lang durch einen Sound jagt, der sich von Sekunde zu Sekunde ändern kann, der wünderschöne, gefühlvolle Wellen aufbaut, die dann je von wuchtigen, harten Klängen gebrochen werden?
Die 65daysofstatic erfinden sich neu und bleiben sich doch treu, brechen auf zu neuen Ufern und behalten doch ihren ganz eigenen Sound. Der ist wirklich markant und in dieser Hinsicht der Einzigartigkeit einzigartig. Aber hier kommt alles zusammen; Ihr Genius mehr denn je, ihre Experimentierfreude mehr denn je und ihre Individualität mehr denn je. Kein Song ruht sich wirklich aus und wenn er sich ausruht, tut er in Wirklichkeit nur so, denn hinter jedem Klang wartet das nächste Energiegewitter, die nächste Genialität. Und mit Genialitäten spießen die 65dos definitiv nicht; man stürzt quasi von einer in die nächste. So wird meinetwegen ein Gitarrenriff von einem noch schöneren Klavierstück übertönt, dass sich dann in ein powervolles Tunetable-mashup stürzt und dann in etwas völlig neuem endet. Denn wie genau im Detail das alles klingt, kann ich ehrlich nicht beantworten. Alles hängt so zusammen, fließt so ineinander über, dass man das Album hören muss um zu wissen was man hat. Denn noch immer kann mich das Album überraschen, obwohl inzwischen wissen müsste, was als nächstes kommt. Doch das ist der Spaß an der Sache, ein Album, das nie langweilig zu werden scheint und hoffentlich nie wird.
Selbst jene die behaupten, alles gehört zu haben, müssen dieses Werk in ihrer Musiksammlung haben, um ihrer Behauptung Boden zu verleihen.

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