Top 25 of New Discovered Albums

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Ott 16 2011, 20:12

Da ich ja im Grunde genommen jetzt erst mit dem Musik entdecken loslege und mit meinen Geschmack inzwischen ziemlich zufrieden bin, stelle ich so jedes Viertel Jahr mal eine Liste auf mit den besten von mir neu-entdeckten Alben auf.
Viel lief dieses Vierteljahr über kostenlos-gedownloadeten Alben ab (Dank an die Künstler und natürlich Last.fm), jedoch auch eine Menge über bestellte und ausgeliehene Werke.
Fangen wir an.

Platz 25: Fresh Dumbledore - Dumblecore
Eigentlich wartet die Coldmirror-Community eher auf neue Teile ihrer Filmreihe als auf ein Album von Fresh D. Trotzdem habe ich mir das Werk mal vorgenommen und verschiedene Eindrücke bekommen: Texte und Musik liegen im humorvollen Kontrast zu einander, denn es wird das Älterwerden und Dahinraffen berappt, und das zu modernen House-Beat. Neu ist auch das zahlreiche Aufgebot an Gastrappern, die größtenteils die Qualität runterziehen. Mit Fresh gibt es zum ersten Mal einen reinen Beat - Läuft wunderbar und neben Ich schlafe nie wieder Höhepunkt des Albums. Ich schlafe nie wieder hat echt Zeug zum Klassiker, während der Rest des Albums mehr oder weniger lustig jedoch qualitätsarm ist.

Platz 24: Aesthesys - An Exceptionally Simple Theory Of Everything [EP]
Ein Album, in das ich große Hoffnungen gesetzt hatte: I Am Free, That's Why I'm Lost ist wirklich wunderschön und brachte mich zum Download der gesamten Scheibe. Jedoch kann kein Song an diesen so gefühl- und liebevollen Titel heranreichen, der von vorne bis hinten wunderbar mit Klavier, Streichern, Triangel und dergleichen ausgestattet ist. Der Rest eher lau und verliert Punkte durch minutenlanges Rauschen.

Platz 23: Poor Colour Palette - Growing Up A Boy
Die nächste Piano-Gruppierung, die ich im Vergleich Aesthesys zu als weniger kreativ jedoch als wesentlich effektiver einstufe. Klavier und Hintergrund sind ziemlich simpel gestaltet, können jedoch durch gute Melodien punkten.

Platz 22: Phoenix - Wolfgang Amadeus Phoenix
Sehr sehr sehr eingängiges Synthie-Pop-Album, das eigentlich zu eingängig ist. Lieder wie Lisztomania und Lasso kennt jeder, denn sie sind nett und bleiben hängen und wären auch wirklich sehr gut, wenn das Lied nicht aus gefühlten 87% aus Refrain bestehen würde. Schade drum, die Jungs wirkten sehr talentiert auf mich.

Platz 21: Blackpaperplanes - 2010 - Demo
Unbekannte Band aus Weißrussland, die relativ düsterklingenden Post-Rock fabriziert. Nichts destotrotz ziemlich gut, Songstrukturen und Einfallsreichtum wissen bei Liedern wie She's already dead und ...Veee zu gefallen.

Platz 20: Joy Wants Eternity - Must You Smash Your Ears Before You Learn To Listen With Your Eyes
Sicherlich mit die größte Enttäuschung des Quartals: JWE galt bei mir als eine der talentiertesten Post-Rock Bands neben den Explosions, TWDY & Mogwai. Must you Smash... hingegen ist mit nur sehr überschaubaren Stärken geschmückt. Immer wieder werden großartige Melodien angekratzt, jedoch nie ganz ausgeführt. Vielleicht war ich von
You Who Pretend to Sleep zu verwöhnt, mit all den kleinen Sounddetails usw. das mir die "Einfachheit" dieses Albums nicht so gut schmecken konnte. Gut sind die Lieder schon, nur bringen sie es nicht wirklich auf den Punkt, und das über die ganze Platte hinweg. Leider.

Platz 19: Sleep Dealer - The Way Home
Ein-Mann-Band aus Russland, die mit eigenem Stil Punkte sammelt. Der Sound dieses Post-Rock Albums ist durchweg gedämpft und absichtlich leise, sodass die wirklich schön gefühlvollen Gitarrenriffs mehr zum Ausdruck kommen. Titelsong The Way Home ist dann vielleicht sogar der bis hierhin herausragendste Track: Man verschwimmt in sanften und doch kraftvollen Keyboard- und Gitarrenklängen, stark.

Platz 18: Carlos Cipa - The Monarch And The Viceroy
Wunderschöne Klavierklänge eines Müncheners Musikkomponisten. Zwar schlicht, doch sehr melodisch. Bestes Lied ist The Whole Truth, das noch mehr eindringt als das vorrangegangene The Dream. Ganz großes Kino, jedoch auf nur 4 Lieder beschränkt.

Platz 17: Coma Cluster - Extrasolar
Band, Albumtitel und Songnamen werden dem Gehörtem echt gerecht: Mit Anspielen des Albums taucht man tief in den Weltraum ein, begleicht von Hundert Myriaden Sternen. Dieses Album hat echt etwas, einen Charme dem ich als Weltraumfan natürlich direkt erlegen bin. Auch eher zufällig bzw. durch eine N-TV-Reportage wurden mir die Songnamen der Platte erklärt: Bellerophon, Osiris und Methuselah sind allesamt bedeutende Planeten in der Weltraumforschung (d.h. ältester Planet etc.). Diese Musik kann man echt entspannend beim Blick in den Nachthimmel oder ins Teleskop genießen, sie glänzen zwar nicht durch Abwechslungsreichtum doch das tut der Nachthimmel ja größtenteils auch nicht.

Platz 16: Wacky Southern Current - Like The Wind Within The Hollow Tree
Stilvolles Instrumental Album aus Italien, das zur Abwechslung mal nicht durch E-Gitarren und Schlagzeug sondern durch Akkustik sowie Cello und Klavier besticht.
Robinia ist echt eine Perle in meiner Musiksammlung, funktioniert super in jeder Stimmungslage und hat einfach diesen Touch, der positive Stimmung verstreut. Auch Ghost Pine Sonata und I Took a Journey sind wunderbar anzuhören und haben ein überaus beruhigendes, softes und schönes Antlitz. Wirklich klasse gelungenes Album, das einem so manchen Regenschauer vergessen lässt.

Teil 2

Platz 15: Gorillaz - Demon Days
Die allseits bekannten und sehr experimentierfreudigen Gorillaz unter Führung von Damon Albarn hatten mir es mit dem aktuellen Studioalbum Plastic Beach sehr angetan. So nahm ich mir DD vor und musste meine Erwartungen als mehr oder weniger unerfüllt ansehen. Das Album ist zu 100% besonders, jedoch fehlt an mehreren Stellen der alles entscheidende Pepp. Trotzdem ist es ziemlich stark geworden, begründet durch Klassesongs wie Feel Good Inc., Fire Comming Out Of The Monkey's Head und El Manana. Trotzdem half das Stück den Gorillaz, sich endgültig in meinen Top 10 Artists festzusetzen.

Platz 14: Mogwai - The Hawk is Howling
Nach Happy Songs for Happy People mein zweites Mogwai-Album; Geht in eine ziemliche andere Richtung als zuvor, mehr Gitarren, weniger Elektrospielereien, minutenlanges Ausarbeiten einer Melodie statt innovative Abwechslung. In so ein Stück muss man sich reinhören, das war mir bewusst, also habe ich das gemacht, und nach dem achten Mal hören ist dann tatsächlich eine weitaus höhere Platzierung als zuvor drin. Diese Sache mit dem Ausschlachten von Melodien ist mir schon bei This Will Destroy You's Tunnel Blanket äußerst negativ aufgefallen. Ganz so krass ist es dann bei Mogwai glücklicherweise jedoch nicht. Man ist schon mit mehr Liebe und Sorgfalt rangegangen als die Texaner, die es mit dieser langwidrigen Lautstärke einfach übertrieben haben. Ich komme also zu dem Schluss, dass sich der Kauf trotz anfänglicher Skepsis durchaus gelohnt hat. Die Tracks sind gut und kraftvoll (Batcat), machen Spaß (The Sun Smells Too Loud) und gehen auch durchaus in die Tiefe (Thank You Space Expert). Hätte man dies mehr gebündelt und noch mehr Ideen eingebracht, bin ich mir sicher, dass wir ein Meisterwerk bekommen hätten.

Platz 13: Woodkid - Iron EP
Singer/Songwriter aus den Staaten. Begleitet von Klavier und teilweise einem Orchester bringt er eine unverwechselbare Stimme zum Ausdruck, die gleichzeitig starke Emotionen und ausgeprägte Monotonie zu vermitteln vermag. Gefunden habe ich ihn über -tag-Radio; Kenner wissen welches Lied jetzt kommt: Iron ist wirklich das, was ich mir unter Epik vorstelle. Bombasmus pur, verursacht durch gewaltiges Trompetenaufgebot, eindringlichen afrikanischen Drums und dem Text, der unglaublich gut vom Woodkid vorgetragen wird (...I'm waiting for the call, the hand on the chest; I'm ready for the fight, and fate).
Im Rest des Albums wird die Sehnsucht nach mehreren Städten abgehandelt (Brooklyn, Baltimore's Fireflies), immer wunderbar instrumental untermalt.

Platz 12: Mumford & Sons - Sigh No More
Bemerkenswertes Folk-Rock-Album aus England, das zurecht große Publik erhalten hat. Auch hier beweist der Frontsänger seine tolle Stimme, doch ein Großteil der Sympathiepunkte lässt sich auf die Lässigkeit des Folk zurückführen. Oft hört man sowas nicht, wenn es jedoch so sicher und gekonnt gespielt wird, macht auch dieser Style großen Spaß. Winter Winds, The Cave, White Blank Page und Little Lion Man stechen besonders aus den 12 Songs heraus. Von den restlichen 8 Liedern fällt keines großartig aus der Reihe, alle haben ihren eigenen Wiedererkennungswert und liefern damit ein prima Album ab.

Platz 11: Arcade Fire - The Suburbs
Der Ruf eilte den Kanadiern voraus, so würde ich neugierig und holte mir das Album The Suburbs. Tatsächlich könnte man hierbei fast von einer musikalischen Geschichte reden, denn im Grunde genommen erzählt das ganze Album das Aufwachsen und Leben in den "Vororten". Das geht über geheime Treffen mit der späteren Frau bis zu Straßenschlachten und randalierenden Kindern zu dem Verlassen der Vororte und der damit verbundenen Sehnsucht. Allein der Faktor, das diese Geschichte auch musikalisch durchaus anspruchsvoll und ansehnlich ist, macht dieses Album zu etwas ziemlich Besonderem. Wobei auch die monströse Länge von einer ganzen Stunde dazu beitragen mag. Auch ein Punkt, den es anzusprechen gilt, den Arcade Fire gehen hier sicherlich nicht sparsam mit den Songs um. Einige Lieder besitzen einen zweiten Teil, penibel darauf bedacht das auch ja mindesten einmal der Songtitel erwähnt wird. Allgemein hat man das Gefühl, in mindestens jedem Lied käme der Ausdruck "Suburb" vor, was sicherlich aus genannten Gründen Sinn ergibt aber auch schon einzigartig ist. So ist das Album dem Indie- oder Pop-Rock zuzuordnen, hält immer ein Lautstärkelimit ein und geht emotional nie so wirklich ins Extreme. Am Gefühlvollsten wird es meiner Meinung nach beim letzten, anderthalb Minuten Track The Suburbs [Continued], in dem nochmal kurz das Thema des Titelsongs The Suburbs aufgegriffen wird, im geflüsterten Duett zwischen Sänger und Frau. Bemerkenswerte Idee, stark.

Platz 10: Deep in Thought - Dreamscapes
Scheint eine Ein-Mann Band zu sein, die zwar keinen Innovationspreis gewinnen würde, dafür aber kontinuierlich ein gutes Pensum an Songstruktur und Qualität abliefert. Der Mann scheint nicht die größten Mittel zur Verfügung gehabt zu haben, doch holt er wirklich das bestmögliche aus seinem Repertoire heraus. Awakening Giant hat ein drohenden Gitarrensound, immer wieder gestützt durch ruhigere Gitarrenduette während Awash with Light durch gefühlvollere Gitarrenriffs und sanfte Elektrospielchen (ähnlich wie TWDY zu guten Zeiten) punktet. Dreamscapes müsste also wirklich für jeden Post-Rock Fan eine sichere Bank sein, es ist krass gesehen eine Umwandlung der Stärken der Explosions (Gitarrenmelodien), This Will Destroy You's (Elektronik) und Mogwai's (Aufbau) in eine ziemlich simple Fassung. Klasse Teil, dazu auch noch als kostenloser Download zu haben, nämlich hier.

Platz 9: Stubborn Tiny Lights vs Clustering Darkness Forever OK? - OK?
Interessanter Name, hergeleitet vom großartigen
Godspeed You! Black Emperor-Album Yanqui U.X.O.. Sowieso lässt sich ohne große Quelle GY!BE als größte Inspiration für die Stubborn Lights herstellen. Das gesamte Album klingt wie eine ausgereifte Version des Titels The Dead Flag Blues. Das ist keineswegs negativ zu verstehen, denn das Album besitzt absolut seinen eigenen Charme. Zu erläutern wäre dieser als eine Art Weltuntergangssound, wobei ich hiermit die Atmosphäre nach der Katastrophe meine: Staubige Wüste mit umherwehenden, ausgetrockneten Büschen, verlassen Städte voller eingestürzter Häuser, zerbrochenen Scheiben und verkohlten Autos.
All das ist raffiniert und stilgerecht ausgearbeitet, sodass man schlussendlich ein wirklich atmosphärisches Album vorfindet. Zudem kann die Band durch einen ausgefallenen Acapella-Part in Chapter II punkten.

Platz 8: RQTN - RQTN EP
Ein etwas moderneres Piano-Album als die bereits angesprochenen, das dadurch selbstverständlich viel mit Keyboard und Synthesizer umgeht. Die 3 Tracks sind richtig gut geworden, glasklare und feinfühlige Klaviertöne, begleitet von simplen Drums und Streichern. RQTN beherrscht das Klavier echt spitze; ich würde ihn ja gerne als einzigartig bezeichnen, jedoch belehrte mich ein anderer Artist, residierend auf Platz 5, eines besseren.

Platz 7: Beast, Please Be Still - Beast, Please Be Still
Was man nicht alles auf Last.fm entdecken kann. Nie wäre es mir in den Sinn gekommen, eine Band wie Beast, Please Be Still gut zu finden. Doch überzeugte mich diese Band dermaßen von ihrem außergewöhnlichen Sound, das ich nicht umhin konnte es als wunderbar einzustufen. Es beginnt mit einer sanften Melodie auf dem Xylophon, steigert sich dann mittels Panflöte und Violine bis zum absoluten Ausbruch per Schlagzeug und Gitarren. Vom Order of the Golden Dawn geht es über ins etwas rasantere A Narrow Escape. Mastodon March, Smilodon Smile ist dann im Bezug auf Titel - Musik ein wirklich großartig gelungenes Stück; Vom eher trägen Urzeit-Elefanten Mastodon zum angriffslustigen, sich anpirschenden Raubtiger Smilodon. Ziemlich cool, wie ich finde. The Guys at the Bar Served Murder for the Nightcap ist dann eine kurze Pause in der Melodik, bevor mit Annihilate Everything That Exist! der stärkste Song der Platte kommt. Die Panflöte legt hier den besten Auftritt hin, so gefühlvoll und kehlig wie sie in der mittleren Passage gespielt wird, habe ich sie seltenst gehört. Clouds ist dann wie TWDY's The Mighty Rio Grande, nur halt auf Beast, Please Be Still-Art; Sorgfältig ausgearbeitet aber nie langweilig. Mit Then You Took Over kommt dann der Abschluss des Albums, bündig aber dennoch empfindsam gehalten.

Platz 6: Radiohead - Hail to the Thief
Wie ich mir ehrlich zugestehen musste, ist dieses Album garnicht so schlecht wie ich mir oftmals eingeredet hatte. Doch trotzdem bin ich irgendwie überaus enttäuscht von dem Album, das ich es nicht ganz mit meine vorangegangen Radiohead-Alben gleichsetzen mag (die da wären Kid A, OK Computer, Amnesiac). Irgendwie klingt es mir zu ... belanglos, oberflächlich, unausgeprägt ... Klar, die Message lässt sich auch hier nicht anzweifeln, dazu wurde sie zu auffällig und unverhüllt zum Ausdruck gebracht, bespielsweise im Albumtitel. Doch trotzdem gingen die anderen Werke mehr in die Tiefe, verankerten sich tiefer im Bewusstsein als die Stücke auf Hail to the Thief. Kann durchaus daran liegen, das sich gleich die ersten drei Lieder (!) sehr ähneln. 2 + 2 = 5 und Sit Down. Stand Up haben dieselbe Dramaturgie, während Sit Down. Stand Up denselben Instrumental-Style wie Sail to the Moon verwendet. Möglicherweise nur unglücklich angeordnet, jedoch nicht Radiohead-Genius-Like. Backdrifts klingt dann gleich anders und doch schrecklich vertraut (Vergleiche Like Spinning Plates). Trotzdem, lyrisch ist der Song ziemlich gelungen, besonders gut die Stelle "You fell into my arms, you fell into my arms, We tried but there was nothing we could do...".
Go to Sleep ist mit Akustik-Gitarre dann zwar Abwechslung, aber von sich aus ein schwächerer Song. Where I End and You Begin hingegen ist dann ein absolut phantastischer Track: So kenne ich Radiohead, einfallsreich, textlich hochklassig und immer mit der passenden Stimmlage. Leider kommt direkt die größte Enttäuschung hinterher: We Suck Young Blood suckt total und nervt, ist langweilig und mit Abstand der mieseste Song den ich je von Radiohead gehört habe. The Gloaming ist dann endlich wieder wie Radiohead, zwar nichts herausragendes, jedoch clever und individuell. There, There hebt dann endgültig das Niveau an, bringt frischen Wind ins Album und steht auch deshalb ein bisschen im Freien. Stimmungsvolle E-Gitarren kommen hier zur Genüge vor und ebnen den Weg für eine unglaubliche Schlussline: Weeeeeee aaaaaaaare accidents waaaaiting waaaaaaiting toooo haaaaaaaaaaaa-aaapen. Schlichtweg Awesome!
Die folgenden fünf Tracks halten dann die doch gute Qualität; I Will - kurz, traurig, Acapella-ansätze; a punchup at wedding etwas mäßig, doch mit nettem Klavier und guter Stimme; Myxomatosis im guten alten Elektro-Style mit unnachgiebiger Yorke-Voice; Scatterbrain wiederrum ist ruhig bis sentimental, passt aber zum Text, geht also in Ordnung. Und zu guter letzt A Wolf at the Door, in dem, man höre und staune, Yorke tatsächlich rappt. Echt cool geworden und damit ein versöhnlicher Abschluss eines Albums, dem ich lange zwiegespalten gegenüberstand.

Teil 3

Platz 5: A Veil Of Water - Untitled Album
Ich kenne mich ehrlich gesagt mit Musikgeschichte alá Beethoven, Mozart etc. nicht wirklich aus, was mich jedoch in keinster Weise davon abhalten könnte zu sagen: A Veil Of Water ist ein einfach nur übertrieben guter Piano-Spieler. Seine Songs zeugen von Kraft und Stärke, haben gleichzeitig jedoch etwas anmutiges und zerbrechliches an sich, was ich so selten erlebt habe. Jede einzelne Bewegung seiner Finger auf den Klaviertasten sind perfekt, werden mit der idealen Intensität gespielt und klingen einfach so vollkommen ausgereift, dass nie wirklich auffällt, dass nur ein Instrument gespielt wird. Die Wahrnehmungskraft erfreut sich viel zu sehr an den einzelnen und doch so faszinierenden Klaviertönen. Wenn er in Nostalgia nach rund einer Minute beginnt, nachdrücklicher zu spielen, spürt man, wie exakt er sich in die Stärke dieser Bewegung hineinversetzt. Das Sahnehäubchen auf dem Song und allgemein dem Album (es besteht ja leider nur aus 3 Songs) ist dann ein schlichter aber überwältigender Gitarrenriff, der die aufbrausenden Pianoklänge übertrieben wundervoll begleitet. Ohne Übertreibung, ich liebe diese Lieder, danke.

Platz 4: The National - High Violet
Als Post-Rock Fan stehe ich Gesangsgruppen ja nicht automatisch abgeneigt gegenüber. Es ist nur so, dass viele Gruppen meiner Meinung nach einen unzufriedenstellenden Sänger besitzen, tja und aus gegebenen Gründen hängt viel von besagter Person ab. Ein Punkt, der bei The National in keinster Weise zutrifft: Der Sänger besitzt eine Bomben-Stimme, die vor Tiefe nur so strotzt. Er bringt seine Stärken über die Lieder hinweg sehr stark zum Ausdruck, auch wenn die Abwechslung ein wenig darunter leidet. Zwar ein Minuspunkt, doch kein Weltbewegender. Berninger weiß einfach, wie er mit seiner tiefen (schon fast Bass-)stimme umzugehen hat. In Little Faith's Chorus scheinen die Worte aus ihm rauszufließen und zwar in einem langgezogenem Laut. Auch neigt die Gruppe zu epischen Songzeilen, wie in Runaway, einem klasse gesungenem und traurigem Lied (We don't bleed, when we don't fight, Go ahead, go ahead, throw your arms in the air tonight...). Conversation 16 steht diesem in keinster Weise nach, ist mit seiner (im Gegensatz zu Songs wie Afraid of Everyone, Anyone's Ghost und Bloodbuzz Ohio, die wirklich ziemlich simpel gehalten sind) etwas individuelleren Art tatsächlich ein Abwechslungsfaktor. Besonders die Line "Cause I'm evil..." weiß zu gefallen und besitzt hohen Wiedererkennungswert. Alles in allem ein sehr gutes Album, dank auch an Miray.

Platz 3: God Is an Astronaut - All Is Violent, All Is Bright
Ist nach God Is An Astronaut (meinem ersten Post-Rock Album) und Age of the Fifth Sun (einer mittelschweren Enttäuschung, geprägt von Langeweile) mein drittes GIaA Album. Und es zeugt endlich wieder von Ideen und Innovationen. Gleich der erste Song ist spitze: Fragile beginnt mit zerbrechlichem Gitarrensound und steigert sich dann in guten Rocklärm (Vgl. Echoes). Titelsong All Is Violent, All Is Bright macht dann gleich weiter mit raffinierten und lässigen Gitarrenspiel. Auch God Is an Astronauts häufiges Wiedererkennungsmerkmal, das Keyboard mit Orgelsound, fehlt natürlich auf keinen Fall. Und als drittes kommt dann Forever Lost, der beste Track der Scheibe. Diesmal benutzen sie sogar eine ganze Passage auf dem Klavier, bevor ein wirklich umwerfend schöner Gitarrenriff startet, der vor meinem geistigen Auge immer mit dem Auftauchen wunderschöner Sternenbilder assoziiert ist. Drums setzen perfekt ein, Atmosphärenwechsel in ein etwas aufgebrachteren, bedrohlicheren Stil...Ruhige Klavierphase... Tempoerhöhung... und schließlich die ersehnte Wiederaufnahme des Mainriffs. Hervorragender Song, der glücklicherweise durch Fire Flies and Empty Skies bestätigt wird. Eingängige, merkwürdig wiederhallende Gitarrenspielereien. A Deafening Distance hält das Niveau, klingt düsterer und anfangs etwas schwerfälliger, bevor zum Ende das Schritttempo ordentlich erhöht wird. Und dann Infinite Horizons, oh Infinite Horizons ist einfach schön, zwar sehr kurz aber doch so weit und offen und schön. Die Astronauts beweisen hier eine Zierlichkeit wie in keinem Album zuvor; starkes, sehr starkes Ding. Suicide by a star danach hat dann zwar durch hartes Ballern der Drums zum Ende hin einen hohen Identifikationswert, ist als ganzes jedoch etwas dünn geraten, ähnlich wie Remembrance Day, das auch wieder auffällt (diesmal durch langen Keyboardpart) aber dennoch etwas dünn ausfällt. Dust and Echoes ist dann wieder klassisch GIiA, beginnend vom Titel bis zur Songstruktur. Mit When Everything Dies gibt es dann einen etwas dramatischer ausgelegten Ausklang. Die kleine Spielerei nach zweiminütiger Pause, Halo of Flies, ist dann ein netter Zusatzpunkt. Zusammenfassend kann man also beruhigt vom besten God Is an Astronaut bis hierhin sprechen.

Platz 2: 65daysofstatic - The Fall of Math
Ich habe mir vor kurzem eine interessante Beschreibung für den Musikstil der 65days ausgedacht, denn dieser ist wirklich meines Wissen ziemlich einzigartig und nahezu undefinierbar. Die These lautet: Die 65daysofstatic machen Post-Rock Musik und vergewaltigen sie gleich darauf mit Elektronik. Klingt jetzt ziemlich krass, aber genau das ist die Musik ja auch. One Time for All Time ist das mit Abstand meistgehörte Album auf meinem Last.fm, also war ein Kauf eines zweiten Albums zwingend nötig: Und Voila, The Fall of Math. Übertrieben krasses Album, das noch dichter und durchdachter als One Time for All Time wirkt, da dieses eher aus Einzelsongs bestand. Fall of Math hingegen wirkt von Anfang bis Ende wie eine Scheibe (wie man das im Post-Rock auch so gewohnt ist). Another Code Against the Gone ist ein genialer Einstieg ins Album: Die Voicesamplers, die hier verwendet werden, passen in allen Songs super, sind aber im ersten Lied just outstanding. Wenn die verzerrte Stimme nach einer kurzen Zeit "Sixty-Five..." hervorbringt, bebt man vor Vorfreude und ist dann mit dem folgendem Rock-Elektro-Chaos Feuer und Flamme. Install a Beak in the Heart That Clucks Time in Arabic ähnelt OTfAT schon eher, wirkt eben nur besser ans Gesamtwerk angepasst. Mit Retreat! Retreat! kommt dann der Song, von dem ich im Vorfeld wohl das meiste gehört hatte; Und wirklich, er klingt unglaublich, ist umwerfend und er ballert volles Rohr, wie man das vielleicht vom bombastischem Await Rescue kennt.
Das Voicesample bringt es schön zum Punkt "...This Band Is Unstopable.". Default This ist eine kurze Tune-Table-Spielerei, klingt roh und grob und ist zum Glück sehr kurz. Dafür ist das längere I Swallowed Hard Like I Understood wieder sehr melodisch, auch wenn die hauptsächliche Melodie aus Drum- und Gitarrenparts besteht. Diese gewisse Melodie fehlt mir dann im Titelsong The Fall of Math. This Cat Is a Landmine macht die Sache besser, wenngleich es verhältnismäßig ruhig daherkommt. Teilweise jedenfalls. Nach diesem kleinen, nur leicht spürbarem Qualitätsabfall um die Mitte des Albums kommt ein wirklich großartiges, ganze drei Songs umfassendes Schlussdrittel. Hole ist wiedermal abnormal am powern, glänzt auch durch aufreibende Elektrosoundeffekte. Fix the Sky a Little ist dann tatsächlich emotional, soweit man das sagen kann, was größtenteils am Voicesample liegen mag, aber auch großartig von Klavier- und andersartigen Melodieeffekten unterstützt wird. Aren't We All Running? ist schließlich ein zur Gänze gelungener Schlusstitel, der mit unünblichen aber trotzdem sehr lässigen Klavierpassagen beginnt und dann in gewohnter 65dos-Manier zum Ende hin ausbricht. Hier lässt sich auch nochmal betonen, dass die Drums extrem kraftvoll gespielt werden. Also, würde ich sagen, haben wir hier ein Album, das Schwierigkeiten hat, seine umwerfende Energie zu halten und sich deswegen entscheidet, sich keinen Zwang an zu tun und alles raus zu lassen. Kleinere Schwächephasen gegen die Mitte werden von unglaublichen anderen Tracks vergessen gemacht.

Teil 4:

Platz 1: thingswillbedifferent. - Travellers EP
Was ist es, das dieses Album so weltklasse macht? Der spezielle, angenehme Sound, der auf einfachen Elektroinstrumenten und einer E-Gitarre beruht oder doch diese schier genialen, einfallsreichen und umwerfenden Melodien? Eins steht fest, ich Liebe dieses Album abnormal, und so war ers für mich auch kein Problem, einen absoluten No-Name an die Spitze zu setzen. Sie beginnen mit einem schimmernden Soundspiel, Whispering Trees, klopfen etwas an deine Fassade, machen dich mit tiefen untergründigen Basstönen aufmerksam. Eine Wirkung die vollkommend einschlägt, denn We Climbed The Highest Mountain But Never Reached The Sky beginnt mit einer hellen, glasklaren Synthiemelodie. Diese eigentlich billigen, man könnte sagen unprofessionellen Soundsysteme sind dabei einfach so perfekt, dass ich hoffe, sie hätten es auf dieselbe Weise gespielt, falls bessere Geräte zur Hand gewesen wären. Sorgfältig werden die Töne angespielt, mit beschränkten Mitteln, doch sind gerade diese beschränkten Mittel es, die das Album so faszinierend und einzigartig machen.
A Long Way Home arbeitet dann etwas mehr mit der Gitarre, die aber wunderbar in den allgemeinen Sound passt und immer ruhig gespielt wird und somit nicht aus dem Rahmen fällt. Wäre sehr Schade gewesen, denn sie trägt im weiteren Verlauf eine tragende Rolle. Diese hohen Synthietöne im Hintergrund unterstreichen die gefühlvollen Klänge auf der Gitarre, und rücken im nächsten Track, Autumn, nochmehr in den Vordergrund; wieder im Einklang mit der Gitarre. Jedoch hat wirklich jeder Song seinen eigenen Charme, seine eigene Faszination, seine eigene Stärke. Es gibt immer wieder Momente auf der Platte, in die ich mich einfach verliebt habe, wie das schnelle Synthiespiel in Autumn oder ins ganze Lied Strange Seas Of Thought, das als fünftes kommt. Schon der Voicesampler am Anfang ist, zwar verzerrt, aber sprüht doch vor Gefühl, das ich mir nichtmehr sicher bin, ob dies alles beabsichtigt war. Diese Wirkungen sind zwar nicht ganz soo intensiv wie bei den Explosions (was ich für unnachamlich halte), jedoch sind sie leichter zu erleben, soll heißen, sie erfordern nicht zwingend deine gesamte Aufmerksamkeit. Trotzdem sind dabei solche geilen Augenblicke, wie in dem angesprochenen Lied, in dem man für Momente in einem mitreißendem Keyboardton versinkt. Lässt sich vielleicht einfach nicht erklären, jedenfalls kann ich es zur Zeit nicht. everything ends beschäftigt sich dann mehr mit einer Melodie, ist sehr lässig und punktet durch zierliches Gitarrenspiel. Zum krönenden Abschluss kommt es dann bei Follow The Sun Into The Dark; es fühlt sich wirklich an wie der Sound zum Ende eines Tages, die letzten Sonnenstrahlen verschinden aus den Blättern aus der Baumkrone, man lehnt sich aneinander und man weiß, es war schön.

Commenti

  • MirayAydi

    Ich schlafe nie wieder mit Energydrinks!!!)))))

    Ott 16 2011, 20:30
  • NeverEndingFall

    platz 18: vielen dank für die schönen worte, das komplette album kommt Ende des Jahres und bleibt nicht auf 4 Songs beschränkt, werden 12, hier kann man auch noch einen fünften hören: http: //carloscipa.bandcamp.com/track/lie-with-me LG

    Ott 16 2011, 20:48
  • LORDValik

    Platz 21: blackpaperplanes - 2010 - Demo Nicht aus Russland. aus Weißrussland

    Nov 6 2011, 14:52
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