Biografia

Kante - Bandbiographie

Kante entstand aus der Sandkastenfreundschaft von Sebastian Vogel und Peter Thiessen. Nach den Anfängen als Schülerband in den späten 80er Jahren und in wechselnden Besetzungen existiert die Band unter dem Namen Kante seit 1995.

Kante veröffentlichten im Frühsommer 1997 ihr erstes Album “Zwischen den Orten” bei dem berliner Label Kitty-Yo. Die Besetzung besteht zu diesem Zeitpunkt aus: Andreas Krane (Bass), Peter Thiessen (Gitarre/Gesang), Sebastian Vogel (Schlagzeug) und Jens Vogt (Keyboards).

Hatte sich die Band bis dahin in collagenhaften, hardcorebeeinflussten Versuchen geübt, verortet sie sich hier - zum überwiegenden Teil instrumental - irgendwo zwischen Television, Soft Machine, Neu!, elegischem Postrock und den textlichen Entwürfen Hamburger Prägung. Aufgenommen wurde “Zwischen den Orten” zur Hälfte in Düsseldorf von Kurt Dahlke (der Plan, Pyrolator), zur anderen Hälfte in Hamburg von Peter Stein mit Hilfe von Tobias Levin. Mit Knarf Rellöm wurde die Single “California/Heiligengeistfeld” mit einer Gang-of-Four-Coverversion eingespielt. Kante wird von der Spexleserschaft anfang ‘98 zur beliebtesten Newcomerband nach Missy Elliot gewählt.



Für die Live-Umsetzung der aufgenommenen Stücke wird nun ein zweiter Gitarrist unentbehrlich. Felix Müller, seit einem Jahr mit seiner Band Sport in Hamburg unterwegs, übernimmt die Aufgabe und erweitert die Kante vom Quartett zum Quintett. Aus privaten wie beruflichen Gründen verlässt dafür Jens Vogt die Band nach der Tour zum Album.

Im Herbst 1997 erscheint auf dem Düsseldorfer Label Stewardess (inzwischen Italic) das Remixalbum “Redirections” mit Remixen von Tobias Levin, Thomas Meinecke, Thomas Fleischhauer, Kinderzimmer Productions, Carsten Hellberg/Schorsch Kamerun und Robert Lippok.

Für weitere Konzerte ‘98 übernimmt Michael Mühlhaus (zu dieser Zeit Keyboarder bei Blumfeld, wo auch Peter inzwischen Bass spielt) vorübergehend die Tasteninstrumente und wirkt entscheidend an den Keyboard-, Klavier- und Streicherarrangements zum kommenden zweiten Studioalbum mit.

Im Januar 2001 erschien das Album “Zweilicht”, ebenfalls bei Kitty-Yo. Gesang und Texte nahmen eine zentralere Stellung ein, das musikalische Bezugsfeld erweiterte

sich wesentlich in Richtung Pop, Blues, Jazz bis hin zu elektronischer Musik. Die Single “Die Summe der einzelnen Teile” avancierte zum Indiediscohit, rotierte in den Radiostationen, und das mit Hilfe der Theater/Performance-Gruppe Showcase beat le mot gedrehte Video wurde auf Viva 2 über mehrer wochen in der höchsten Rotation gespielt. Kante gelang es mit “Zweilicht”, eine Vielzahl musikalischer Ansätze zu vereinen und ein Publikum anzusprechen, das ebenso wie die Band selbst ein genreübergreifendes, universelles Interesse an Musik hat. Produziert wurde “Zweilicht” von Tobias Levin, Sänger und Gitarrist der Hamburger Band Cpt. Kirk &. Kante gelang mit “Zweilicht” der Chartseinstieg, breite Beachtung in Feulliton und Musikpresse und vor allem die Bekanntheit und Beliebtheit weit über Szenekreise hinaus.

Michael Mühlhaus konzentriert sich wieder voll auf seine Arbeit bei Blumfeld, und Thomas Leboeg wird zur “Zweilicht”-Tour festes Bandmitglied an Keyboards und Elektronik.

Im August 2004 erscheint dann mit “Zombi” das dritte Kante-Album, diesmal bei Labels/EMI. Eine überquellende und verdichtete, erwachsene und doch drängende, majestätische Schallplatte, euphorisierend und dunkel zugleich. Auch mit “Zombi” sprengt Kante den Rahmen des üblichen Pop und bietet einen virtuosen Entwurf jenseits aller Eindimensionalität. Ohne auf die Eindringlichkeit von Text und Gesang zu verzichten gibt die Band der Musik jederzeit Raum und Zeit sich vielstimmig, sprudelnd von Details, überaus atmosphärisch und intensiv nach eigenen Gesetzen zu entwickeln. Sie umreisst einen Bereich, der von Popsongs, reduktivem Anzugrock, filmmusikartigen Soundscapes bis hin zu Anklängen südamerikanischer Musik aber auch subtilen Verweisen zu modernem R’n’B und 60er/70er-Jahre-Jazz reicht, ohne sich in einem missverständlichen Genremix zu verrennen. “Zombi” handelt von der Krise ? vom Zustand der Schwebe und den Momenten des Umbruchs ebenso wie von der Euphorie des Beginns und der elektrisierenden Spannung der Erwartung.

Auch für “Zombi” lassen sich Kante viel Zeit und Ruhe, um die eigenen Maßstäbe erfüllen zu können. In einem mehr als einjährigem Prozess entsteht das Album im Electric-Avenue-Studio in Hamburg in engster Zusammenarbeit mit dem Produzenten Tobias Levin (u. a. Produzent von Tocotronic, Tied and Tickled Trio, Surrogat), der schon “Zweilicht” produzierte und dessen Handschrift “Zombi” in noch stärkerem Maß prägt. Auch “Zombi” hält sich mehrere Wochen in den deutschen Album-Charts und wird von der Presse auf breiter Ebene in die Top10 der wichtigsten Platten des Jahres 2004 gewählt.

Dennoch geht der Produktionsprozess von “Zombi” nicht ohne Nervenaufreiben und Meinungsverschiedenheiten an der Band vorüber, was dazu führt, dass Bassist Andreas Krane nach fast zehn Jahren die Band noch vor der Tour zum Album verlässt. Sein Nachfolger am Bass wird ein langjähriger Bekannter der Band aus Düsseldorf: Florian Dürrmann.

Zwei Jahre später erscheint im August 2006 mit “Die Tiere Sind Unruhig” der Nachfolger von “Zombi”, wieder bei Labels/EMI. In einer für Kante-Verhältnisse kurzen und intuitiven Produktion mit Moses Schneider spielen Kante ihr bislang rockigstes Album ein, für das die Formel “das klingt wie eine Mischung aus Queens of the Stone Age und Chicago” gefunden wird. Es gibt nur 7 Stücke, aber alle sind lang, zwischen 6 und 10 Minuten. Es geht um Hitze, Ruhelosigkeit, Umbruch; und dabei dennoch einen realistischeren, dem Leben entsprechenden Blick auf die Dinge zu gewinnen. Anders als alle Kante-Platten davor, wird “Die Tiere Sind Unruhig” zu größten Teilen live im Studio aufgenommen, es gibt kaum Overdubs (bis auf ein großes Orchester bei drei der Songs). Das Album wird wieder von fast sämtlichen relevanten Musikmedien in die Top10 der wichtigesten Platten des Jahres gewählt und vom Musikexpress sogar zur Platte des Jahres gekürt.

Kurz darauf wird Peter Thiessen vom Berliner Friedrichstadtpalast als Texter für die Berlin-Revue “Rhythmus Berlin” engagiert. Peter schreibt den Winter über 18 Songtexte und zu ein paar Texten auch gleich die Musik. Spontan gibt es die Idee, eigene Kante-Songs zu den Texten aufzunehmen, und so wird bereits ein halbes Jahr nach “Die Tiere Sind Unruhig” mit “Kante Plays Rhythmus Berlin” ein weiteres Kante Album veröffentlicht. Da Thomas Leboeg, der Kante-Stamm-Keyboarder, mit anderen Projekten beschäftigt ist, ist diesmal als besonderer Gast wieder Michael Mühlhaus dabei. Als es dann ohne vorherige Proben für 12 Tage ins Chez Cherie Studio in Berlin-Neukölln geht, haben die Jungs solchen Spaß, dass acht fantastische Stücke entstehen. Allesamt live mit Torsten Otto aufgenommen, kaum Overdubs. Die Stilsicherheit, mit der Kante sich durch verschiedenste Genres von Chanson über Country und Blues bis hin zur Rockballade bewegen, ist schlafwandlerisch. Die Leichtigkeit, die Kante bei den Aufnahmen zu “Die Tiere sind unruhig” gelernt haben, haben sie beibehalten. Das Songwriting ist einfach und klar geworden; jeder macht, was er am besten kann.

Wenige Monate und einige vom Goethe Institut organisierte Konzerte später (die Band reist nach Russland und spielt entlang der Wolga in Nischnij Novgorod, Saratov und Samara sowie ausserdem St. Petersburg), fragt das Wiener Burgtheater und die Regisseurin Friederike Heller Kante an, für die Inszenierung des Peter Handke-Stückes “Spuren der Verirrten” Musik zu schreiben und als integraler Bestandteil bei jeder Aufführung live auf der Bühne zu spielen. Kante zieht es im folgenden monatelang nach Wien, wo sie ca. 45 Minuten Musik für das Stück entwickeln. Kante stehen in der Folge insgesamt 24 mal auf der Bühne des Akademietheaters.

Mitten in die ersten Überlegungen für ein neues Kante-Album platzt 2008 die Schließung des Berliner Büros von Kantes Plattenfirma Labels/EMI, woraufhin Band und EMI beschließen in Zukunft getrennte Wege zu gehen. Kante ist jetzt vertraglich ungebunden. Auch 2008 bleibt für Kante intensiv: neben den ersten Vorbereitungen für ein neues Kante Album, veröffentlicht Felix Müller ein neues Sport Album und Thomas Leboeg ein Album mit ISO68, Peter Thiessen wird erneut vom Wiener Burgtheater (diesmal zusammen mit Michael Mühlhaus) engagiert um Musik für eine Bearbeitung von Thomas Manns Roman “Doktor Faustus” zu machen, und der NDR beauftragt Kante mit der Musik für die Hörspielfassung von Jonathan Lethems Roman “Du liebst mich, du liebst mich nicht”.

Zukunftsmusik:

Für 2009 plant der Dirigent Jan Dvorak mit Kante unter dem Titel “Zweilicht” ein Konzert, in dem eine Linie gezogen wird von der existentiellen Ausdruckskunst eines Gustav Mahler zu den sensiblen Songs von “Kante”. Während im ersten Teil des Konzertes die beiden so unterschiedlichen Klangkörper zunächst einander gegenübergestellt werden, sollen sie im zweiten Teil des Konzerts zusammenfinden: Es soll ein Doppelkonzert für Rockband und Orchester entstehen. Neue, orchestrale Versionen der Kante-Stücke erklingen; Orchester und Band musizieren gemeinsam.

Ebenfalls 2009 wird ein neues Kante Album erscheinen.

Kante besteht aus:

Felix Müller, Bandmitglied seit 1997, E-gitarre und Tausendsassa u.a. an Kalimba, Percussion, Keyboards, Rap.

Verfolgt neben Kante die Rockband Sport, die Partykolonne “Boy Division” und, zusammen mit Sebastian Vogel das Hiphopprojekt “Mr. Bird & Partner” (Remixe für Kante und Blumfeld).

Thomas Leboeg, seit 2000 Bandmitglied, Klavier, Synthies, Elektronik.

Neben Kante betreibt er das Elektronik/Schlagzeug-Duo Iso68 und das Elektronic-Solo-Projekt t.leboeg. Veröffentlichte auf Hausmusik und vertical form.

Peter Thiessen, Gründungsbandmitlied, Gesang, Text und Gitarre.

War von 1996 bis 2002 Bassist bei Blumfeld, neben Kante tätig in Free-Jazz- und Solo-Projekten.

Sebastian Vogel, Gründungsmitglied, Schlagzeug und Percussion.

von 1997 bis 2000 Live-Schlagzeuger der Berliner Elektronik-Band Laub, sowie von 2004 bis 2006 Mitglied der Berliner Popband Britta.

Florian Dürrmann, Bass, Slide- u.a. Gitarren. Bandmitglied seit 2006.

Zuvor Gitarist in den Düsseldorfer Bands “Alan Metzger” und “Souls Off Fire”, seit 2008 Gitarist in der hamburger “Flo Fernandez Band”.

Autore modifica: vifoto (data: Dic 8 2008, 18:49)

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